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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 07:21 Uhr

Bundesjugendlager : Sebastians besonderer Tag beim THW

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Neunjährige wurde in Einfeld von einem Hund angefallen, ein THWler half ihm, nun durfte der Junge im Bundesjugendlager übernachten.

Neumünster | Wenn Sebastian vom vergangenen Mittwoch berichtet, steht ihm der Schreck noch deutlich im Gesicht. Gerade einmal zwei Wochen wohnt der Neunjährige aus Lüneburg mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern (7 und 2 Jahre alt) in Einfeld. Der sportliche Junge wollte mit dem Fahrrad zum Segelkurs auf dem Einfelder See, um neue Freunde kennenzulernen. An der Ecke Einfelder Schanze/Strandallee kommt ihm eine Frau mit zwei Hunden an der Leine entgegen. Plötzlich reißt sich einer los. Der Dobermann fällt Sebastian an. Der Junge stürzt, der Hund beißt ihn in den Oberschenkel und den Hals. „Ich habe nur versucht wegzukommen, hatte starke Schmerzen“, sagt Sebastian.

In diesem Moment fahren Marcel Bernert aus Wismar und Michael Marszalek aus Eckernförde mit einem Dienstfahrzeug des Technischen Hilfswerks  vorbei. Sie sind auf dem Weg zum Bundesjugendlager in den Holstenhallen. „Ich sah nur das Fahrrad dort liegen und den Jungen. Wir und ein weiterer Autofahrer haben sofort gestoppt und uns um den Jungen gekümmert. Vor allem haben wir ihn abgelenkt, denn der Schock war groß“, erzählt Marcel Bernert. Die beiden leisten Erste Hilfe, bis Polizei und Rettungsdienst eintreffen. Die Lage eskaliert nicht, die Frau bekommt ihren Hund wieder unter Kontrolle. Die Polizei fertigt eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Wie Polizeisprecher Sönke Hinrichs gestern bestätigte, wies das Ordnungsamt  noch am selben Tag an, dass der Hund einen Maulkorb zu tragen habe. Was mit dem Tier endgültig geschieht, entscheidet laut  Hinrichs die Ordnungsbehörde. Sebastian kam ins Krankenhaus, konnte aber am Abend wieder nach Hause.

Doch den THW-Helfern ging der Junge nicht aus dem Kopf.  Am Sonntag besuchten sie ihn und seine Familie, brachten Geschenke mit und luden ihn spontan zum Bundesjugendlager ein.  Von Montag auf Dienstag durfte er sogar dort auf einem Feldbett im Zelt des Ortsverbands Wismar übernachten. „Es war toll, vor allem, dass ich bis Mitternacht aufbleiben durfte“, erzählte Sebastian gestern. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Geschwistern wurde er von Marcel Bernert noch einmal über das Gelände geführt, konnte sich alles anschauen und die Teams bei der THW-Olympiade mit Eierlauf, Gummistiefel- und Teebeutelweitwurf anfeuern. Auch   „Happy“,   Begleithund von THW-Mitglied Inga Orlowski und so etwas wie das Maskottchen des Lagers, war dabei.    Nicht ohne Grund: Sebastian sollte nach dem Erlebnis nicht erst  Angst vor Hunden bekommen.

Zum Abschluss des Besuchs untersuchte Lager-Arzt Dr. Jan Wnent gestern  noch seine Verletzungen.  Als  Sebastian  das Sprechzimmer verließ, guckte er zu seiner Mutter hoch: „Das ist richtig toll hier. Mama, kann ich bitte auch zum THW?“

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erstellt am 10.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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