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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Studie : Schulärzte: Grundschüler werden fitter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Übergewichtigkeit bei Grundschülern geht zurück

Neumünster | Der Anteil übergewichtiger oder gar fettleibiger Erstklässler geht in Neumünster wieder zurück. Das zeigt ein Bericht des Kieler Gesundheitsministeriums, der die Schuleingangsuntersuchungen 2014/15 ausgewertet hat.

In Neumünster sind danach 11 Prozent der Jungen in den Schuleingangsklassen zu dick, 3,7 Prozent gelten sogar als adipös, also krankhaft fettleibig. Bei den Mädchen waren 14,3 Prozent übergewichtig und 5 Prozent fettleibig. Das ist ein Rückgang. Vor fünf Jahren lag der Anteil zu dicker Jungen noch bei 14,3 Prozent, 5,8 Prozent waren fettleibig. Bei den Mädchen waren 2009/10 15,1 Prozent übergewichtig und bei 5,3 Prozent lautete die Diagnose: Adipositas. Neumünster hat die Rolle des Schlusslichts bei den Jungen an Flensburg und Kiel abgegeben, die dicksten Mädchen bei den Erstklässlern hat nun Kiel.

Faktoren wie die Herkunft und der Bildungsgrad der Eltern haben erwiesenermaßen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. „Sowohl Kinder aus Familien mit Migrationsbiografie als auch solche aus bildungsfernen Familien haben ein statistisch signifikant höheres Risiko, eine Adipositas zu entwickeln“, heißt es im Bericht.

Gerade bei diesen Faktoren ist die Situation in Neumünster schwieriger als in den Landkreisen. Jedes dritte Kind hat eine Migrationsbiografie, heißt: Mindestens ein Elternteil ist aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen und spricht nicht Deutsch als erste Sprache. Beim Bildungsstand ist Neumünster Schlusslicht: 28 Prozent der Eltern von Einschülern wird ein niedriger Bildungsstand bescheinigt.

Es gibt auch positive Befunde. So bescheinigten die Schulärzte Neumünsters Schulanfängern den geringsten heilpädagogischen Förderbedarf aller vier kreisfreien Städte. Ein Grund mag im mit 98 Prozent hohen Anteil der Kinder liegen, die vor der Schule eine Kita besucht haben. „Wir versuchen, Übergewicht und Bewegungsmangel entgegen zu wirken“, sagt Jörg Asmussen, der Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung.

Es gibt Kindertagesstätten, die spezielle Programme zur Gesundheit haben. Asmussen nennt die Kita Hauke Haien, die als „gesunde Kita“ zertifiziert ist. Die Ruthenberger Rasselbande trägt das Siegel „Bewegungs-Kita“, die Villa Kunterbunt ist eine Kneipp-Kita. Die Johann-Hinrich-Fehrs- und die Timm-Kröger-Schule wurden für ihre Gesundheits- und Ernährungsprojekte als „Zukunftsschule“ ausgezeichnet.

Standpunkt

Auf dem richtigen Weg

Arm, ungebildet, ungesund – so lautete die Kausalkette, die Neumünster zur Hauptstadt der dicken Kinder machte.  Doch es gibt Wege, diesen Kreis zu durchbrechen. Je früher Kinder in der Kita und in der Grundschule lernen, dass ein gesundes Frühstück wichtig ist und dass Sport und Bewegung Spaß machen, um so besser. Genau so wichtig ist es, die Eltern auf diesem Weg mitzunehmen. Und das passiert offenbar auch zunehmend.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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