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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 08:57 Uhr

Politische Diskussion : Schüler organisierten einen Tag gegen Rassismus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Schülervertretung der Gemeinschaftsschule Faldera bereitete das Thema Diskriminierung für 750 Schüler in Projekten auf.

Neumünster | Mehr als ein halbes Jahr hat die Schülervertretung (SV) der Gemeinschaftsschule Faldera (Gefa) den großen Aktionstag zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vorbereitet. Gestern war es so weit: Mit einer Podiumsdiskussion mit Jungpolitikern und zahlreichen Mitmachaktionen, einer Spendenaktion für Flüchtlinge sowie einem Konzert der Band „Still no name“ ging der Thementag am Vormittag für rund 750 Schüler im Alter zwischen 10 und 19 Jahren über die Bühne.

Seit 2010 darf sich die Gefa „Schule gegen Rassismus“ nennen. Seitdem richten die Schüler jedes Jahr in Eigenregie einen Aktionstag aus und orientieren sich dabei auch an der politischen Entwicklung. Eingeläutet wurden die Projekte mit einer Begrüßung in der Sporthalle durch Schulsprecherin Jaqueline Hein (19). Als neue Schirmherrin lobte die Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) anschließend das Engagement der jungen Falderaner und zeigte sich beeindruckt von dem Angebot beim Aktionstag.

Für den 11. und 12. Jahrgang ging es zu einer Podiumsdiskussion. Eingeladen waren Niclas Dürbrook (Jusos) Birte Glißmann (Junge Union), Lasse Petersdotter (Grüne Jugend) und Helmer Krane (Julis). Moderiert von Landesschülersprecher und SV-Mitglied Christopher Suhr (19) äußerten sich die Nachwuchspolitiker zu Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus. Dabei warnten sie auch vor entsprechenden Äußerungen in sozialen Medien und forderten die Schüler auf, verantwortungsbewusst zu handeln.

Unterdessen waren die jüngeren Jahrgänge eingeladen, sich kreativ mit der Thematik auseinander zu setzen. Während eine Gruppe sich mit dem Film „Hotel California“ befasste, gestaltete eine andere Plakate zum Thema Rassismus. Mit dabei waren auch Hanna Wagner (15) und Laura Gedwieschat (14). Gemeinsam entwarfen sie ein Poster mit einer großen Flagge, die viele kleine Flaggen beinhaltet. „Das zeigt die ganze Welt vereint und symbolisiert: Wir sind alle gleich“, erklärten die Schülerinnen. Beide lobten den Aktionstag: „Es ist wichtig, das Problem ins Bewusstsein zu rufen“, sagten sie.

Gestern stand der Tag auch im Zeichen der Flüchtlinge. So gab es Sportangebote für Schüler und unbegleitete junge Flüchtlinge. Derartige Begegnungen sind an der Schule keine Eintagsfliege. Seit Monaten kommen jungen Flüchtlinge mehrmals pro Woche nach Faldera, um gemeinsam mit Schülern Musik zu machen, Sport zu treiben oder zu kochen.

Zusätzlich wurde gestern Kleidung und Spielzeug für die Flüchtlinge in der Erstaufnahme gesammelt. Bereits vor Unterrichtsbeginn stapelten sich Spenden vor der Schule. „Wir wissen kaum mehr, wohin damit“, sagten die SV-Vertreter ein wenig stolz angesichts der Menge.

Kommentar:

Schüler ruhen sich nicht aus: Seit sechs Jahren ist die Gemeinschaftsschule Faldera jetzt „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“. Doch die Schüler ruhen sich auf dem Titel keinesfalls aus. Stattdessen diskutieren sie die Problematik jedes Jahr neu.

Damit rufen sie nicht nur das Thema  immer wieder in Erinnerung, sondern reagieren auch auf politische und gesellschaftliche Strömungen immer wieder neu.  Dieses Engagement  verdient ein großes Lob.

 

 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 08:15 Uhr

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