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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:47 Uhr

Zeitung in der Schule : Schüler diskutieren Brexit-Auswirkungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zehntklässler der Alexander-von-Humboldt-Schule diskutieren während des Zisch-Projekts mit dem DVAG-Chefvolkswirt über die Eurokrise.

Neumünster | „Der Brexit-Schock ist aktuell das dominierende Thema an den Börsen, aber auch für junge Menschen wird der voraussichtliche Austritt Folgen haben“, beschreibt Dr. Ralf-Joachim Götz vor rund 50 Schülern an der Alexander-von-Humboldt-Schule die Auswirkungen des Referendums in Großbritannien. Der Chefvolkswirt der Deutschen Vermögensberatung diskutierte im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Schule“ (Zisch) über Ursachen und Folgen der Eurokrise.

Auch wenn der Austritt Großbritanniens aus der EU sich noch einige Zeit hinziehen dürfte, sind sich die Schüler schon jetzt über wahrscheinliche Folgen der Entscheidung bewusst. „Es werden Freiheiten verloren gehen“, befand Theo Ettling, „dazu gehört die Möglichkeit, ohne Hürden ein Studium aufzunehmen“, so der Zehntklässler. Für junge Menschen zählt die Aufnahme eines Auslandsstudiums zu einer der Errungenschaften der EU. Mit dem Austritt besteht die Gefahr, dass bürokratische Hürden wieder hergestellt werden. „Auch für junge Briten wird der Austritt von Bedeutung sein“, meinte auch Urs Untiedt, der wie seine Mitschüler den Profilkursus Wirtschaft und Politik (Wipo) besucht.

In den Redebeiträgen der Schüler ging es nicht nur um die praktischen Auswirkungen des Referendums, sondern um seine grundsätzliche Bedeutung. Es wurde deutlich, dass die Europäische Union ein besonderer Zusammenschluss von Staaten ist, der weltweit einmalig ist. „Die Europäische Union ist eine Wertegemeinschaft“, meinte Schüler Leon Eggers. Die Mitgliedsländer teilen die gleichen Werte und erklären sich einander solidarisch. Mit dem Austritt eines Mitgliedsstaates wird dieser Verbund geschwächt.

„Der Euro hat auch ein identitätsstiftendes Element“, fügte Dr. Götz hinzu. Die gemeinsame Währung macht nicht nur Urlaubsreisen einfacher, sondern ermöglicht auch der Wirtschaft, Waren und Dienstleistungen international anzubieten oder einzukaufen, ohne Wechselkurse berechnen zu müssen. „Der Euro ist die zweitwichtigste Währung nach dem Dollar. Eine gemeinsame Währung ist auch die Basis für eine starke Stimme der EU in der Weltwirtschaft“, ergänzte der DVAG-Experte. Wenn die Briten die Gemeinschaft verlassen, wird auch in Teilen der deutschen Wirtschaft über sinkende Umsätze geklagt werden. „Großbritannien ist der drittgrößte Handelspartner Deutschlands“, so Dr. Götz.

Während die Folgen des Referendums für deutsche Firmen, die ihren Sitz auf der Insel haben oder dorthin exportieren, eher nachteilig sind, können sich Urlauber schon jetzt freuen. „Wegen des schwachen Pfunds sind Preise für Reisen nach Großbritannien gefallen“, erläuterte Dr. Götz, „auch sind Produkte von der Insel günstiger geworden.“

Über den Workshop freute sich auch Hans-Christoph Liess: „Nach der Brexit-Entscheidung hätten wir kaum einen besseren Zeitpunkt für diese Veranstaltung finden können“, sagte der Klassenlehrer.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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