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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

„Haus der Caritas“ : Schmuckstück an der Linienstraße nach altem Vorbild saniert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Caritas investierte 352.000 Euro in das Gebäude, das eine neue Fassade, neue Fenster und ein neues Dach erhielt.

Neumünster | Wer sich auf der bekannten Doppelkurve zwischen Post und St.Maria-St.Vicelin-Kirche befindet, dem sticht es sofort ins Auge: Das „Haus der Caritas“ an der Linienstraße 1 erstrahlt im neuen Glanz. Insgesamt 352    000 Euro hat der Caritasverband in das 106 Jahre alte Gebäude gesteckt. Nach historischem Vorbild saniert wurden seit November vergangenen Jahres unter der Regie von Architekt Ludger Hüttenmüller das Dach, ein Großteil der Fenster sowie die Fassade. Geld gab es dafür aus Mitteln der Glücksspirale, vom Erzbistum Hamburg sowie über einen KfW-Kredit.

Das Gebäude hat eine bewegte   Geschichte hinter sich. 1910 weihte es die Königliche Eisenbahndirektion als Dienst- und Wohngebäude der Betriebs-Inspektion Eisenbahnverwaltung ein. Damals herrschte in Neumünster ein Bauboom. In ähnlichem Stil wurden um 1900 auch die katholische Kirche St. Maria-St. Vicelin (Baujahr 1893), das Rathaus (1898-1900), das Pfarrhaus an der Bahnhofstraße (1913/1914) sowie das Gesundheitsamt am Meßtorffweg und die Sick-Kaserne an der Werderstraße errichtet. Doch im Laufe der Jahrzehnte verkam es immer mehr. Als die Katholische Kirchengemeinde St. Vicelin es 1984 erwarb, um auf dem Gelände ein Alten- und Pflegeheim zu bauen, glich das Haus einer Ruine. Das Altenheim kam nicht, dafür zog die Caritas dort 1986 ein. Mittlerweile beherbergt das Gebäude neben der allgemeinen Lebens- und Sozialberatung auch die Kurberatung und -vermittlung, die Kleiderkammer, den Caritas-Migrationsdienst, die Seniorenbegegnungsstätte, die Caritas-Pflegestation mit über 100 ambulanten Patienten, die Beratungsstelle für Frauen, Familien und Schwangere und den Malteser-Hilfsdienst mit dem Haus-Notruf-Service. 45 Menschen arbeiten dort.

Fluch oder Segen? Als Denkmal ist das Haus dennoch nicht eingetragen. „Dadurch gab es leider auch keine Mittel des Denkmalschutzes“, sagt Ludger Hüttenmüller. Dennoch hat er sich in enger Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde an eine möglichst originalgetreue Restaurierung gemacht, ohne dabei auf moderne Standards zu verzichten. Der noch von der Deutschen Bahn grau übermalte rote Mauerwerksziegel wurde umfangreich freigelegt und gibt dem Gebäude die historische Fassadengliederung zurück. Die noch intakten Holz-Kastenfenster auf der Frontseite wurden erhalten, neue Holzfenster mit der ursprünglichen Fensterteilung eingebaut, die Fassade insgesamt gereinigt und versiegelt, Risse geschlossen und die Stahlträger im Mauerwerk entrostet. Für das Dach wurde ein Ton-Dachziegel im Stil der alten Eindeckung gewählt, und das Dach mit einer nachhaltigen, ganz neuen Dämmung versehen.

„Zum Glück regnet es jetzt nicht mehr herein. Das Haus sieht außerdem klasse aus“, freuen sich Caritas-Direktorin Angelika Berger und Melanie Müller-Semrau, die Leiterin des Ortscaritasverbandes.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 08:15 Uhr

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