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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 03:18 Uhr

Pleiten, Pech und Pannen : Schleusau wird zur Dauerbaustelle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tiefbauarbeiten vor dem Museum Tuch + Technik sollen nun Ende des Jahres fertig sein, aber es gab keine guten Angebote von Landschaftsbauern.

Neumünster | Ursprünglich sollten schon die ersten Besucher der neuen Holsten-Galerie im Oktober 2015 durch den Schleusau-Park vor dem Museum Tuch + Technik spazieren können. Doch während die Einkaufspassage mittlerweile ihren ersten Geburtstag feiert, ist das Ende der im August 2014 begonnenen Arbeiten auf dem Gelände am Schleusberg weiter offen. Längst sollten die Tiefbauarbeiten zur Freilegung des Schwale-Arms dort fertig sein (der Courier berichtete), aber das zieht sich nun bis Ende des Jahres hin – voraussichtlich. Und wann dort ein kleiner Park entsteht, ist wieder völlig offen.

15 Garten- und Landschaftsbauunternehmen hatten von der Stadt die Ausschreibung für das Anlegen von Wegen, Rasenflächen, Hecken und Büschen angefordert. Nur drei aber gaben ein Angebot ab. „Keines dieser Angebote entsprach dabei unseren Vorstellungen“, sagt Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen. Die Bauverwaltung hat die Ausschreibung darum aufgehoben. Eine neue soll im kommenden Jahr mit möglicherweise angepasstem Leistungskatalog folgen: Ausgang offen. „Ich vermute, dass Projekte des Bundes derzeit die Arbeitskräfte der Firmen abziehen“, sagt Schnittker. Die genauen Hintergründe kenne er aber nicht.

Nun soll aber bis Jahresende zumindest die Fläche soweit hergestellt werden, dass Fußgänger und Radfahrer sie nach weit über zwei Jahren Sperrung wieder nutzen können. „Die Montage des Schleusau-Geländers zur Überprüfung der Maße ist in Kürze abgeschlossen. Es wird dann wieder abgebaut und geht anschließend zur Verzinkung und Beschichtung. In der Zwischenzeit werden die Geländerpassstücke hergestellt“, erklärt Schnittker die weiteren Arbeitsschritte. Ab Montag soll das von der Stadt beauftragte Unternehmen zudem zugesagt haben, die Fischborsten zu montieren, also die Aufstiegshilfen für junge Fische.

Bereits zweimal kam es zu zum Teil monatelangen Verzögerungen: Bei der Freilegung der Rohre stießen die Tiefbauer auf erhöhte Giftkonzentrationen an den Betonteilen. Die Arbeiten wurden unterbrochen, die Betonteile später unter hohen Sicherheitsvorkehrungen aufwändig geborgen und entsorgt. Wenig später waren neben der Brücke Reste einer historischen Uferbefestigung entdeckt worden. Wieder wurden die Arbeiten unterbrochen, um die Relikte in die Planungen mit einbeziehen zu können. Auch die Kosten waren nicht zuletzt durch die teure Giftentsorgung von ursprünglich geplanten 680  000 Euro auf aktuell rund 1,2 Millionen Euro gestiegen.

„Das ist ein unrühmliches Beispiel, wie von Anfang an alles schiefläuft und sich diese Kette unablässig fortsetzt“, sagt die SPD-Bauexpertin Franka Dannheiser. Die Pannen will sie in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Vergabeausschusses auf die Tagesordnung setzen; rechtliche Konsequenzen schließt sie nicht aus. Auch ihre CDU-Kollegin Helga Bühse hat genug von dem Thema und gibt eine klare Aufforderung: „Keine Ausschreibungen mehr! Der Schleusau-Park ist eine so kleine Fläche, da kann unser Grünflächenamt auch selbst tätig werden. Es ist keine schwierige Aufgabe, dort Wege anzulegen und Büsche zu setzen. Dann ist bis zum Winter alles fertig.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 07:30 Uhr

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