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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

THW-Bundeswettkampf : Schlachtenrufe, Trommeln und ein verheerendes Erdbeben im fiktiven Königreich Togestan

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Angefeuert von hunderten Fans traten 15 Teams beim THW-Bundeswettkampf an. Es siegte Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein belegte mit dem Norderstedter Team Platz 12.

Neumünster | Die Atmosphäre auf dem Sportplatz der Gemeinschaftschule Brachenfeld erinnerte mit mehreren tausend Besuchern am Sonnabend sehr an ein Fußballstadion. „Zehn coole Helfer, mit Hosenträgern, siegen heute hier, siegen heute hier“, skandierten die Fans von Mecklenburg-Vorpommern. „Norderstedt, Norderstedt“, tönte es am Feld von Schleswig-Holstein. Unüberhörbar aber waren die Anhänger von Nordrhein-Westfalen mit ihren Trommeln und einem Drehorgelspieler. 15 Mannschaften traten beim 16. Bundeswettkampf der THW-Jugend an und erhielten jeweils viel Unterstützung. Als einziges Bundesland stellte Bremen keine eigene Mannschaft auf. „Der Landesverband ist zu klein, außerdem sind dort die Sommerferien schon vorbei“, erklärte THW-Pressesprecher Thorben Schultz.

Zwölf Aufgaben in zwei Abschnitten galt es für die Länder-Teams aus sechs bis zehn Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren auf jeweils identisch aufgebauten Feldern abzuarbeiten. Erstmals in der Geschichte der Bundeswettkämpfe wurden vier davon erst am Vorabend bekanntgegeben, so dass sich niemand darauf großartig vorbereiten konnte. Das Szenario: Im fiktiven Königreich Togestan hat es ein schweres Erdbeben gegeben und das Technische Hilfswerk wird angefordert. Nachdem die sogenannte Schadenstelle erkundet ist, muss eine Person aus einem Trümmerhaus im ersten Stockwerk gerettet werden. Ein Gestell mit einer Puppe diente hier als Übungsausstattung. „Die Jugendlichen sollen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter anderem bei der Arbeit in Trümmergeländen, beim Retten von verletzten Personen, bei der Holzbearbeitung, beim Ausleuchten und beim Bewegen von Lasten zeigen“, erklärte Schultz.

Von Schiedsrichtern bewertet wurden etwa der Zugang ins Trümmerhaus, die Erste Hilfe, die Rettungskonstruktion, das Anheben von Lasten und die Rettung aus der Höhe. Im zweiten Teil nach einer Pause galt es dann, ein THW-Camp mit Wasser- und Stromversorgung aufzubauen. Weil zwischendurch ein Helfer Feuer fing, musste dieser abgelöscht werden. „Am wichtigsten ist das Einhalten der Sicherheitsbestimmungen, dann kommt die Genauigkeit der Arbeiten und schließlich geht es um Schnelligkeit“, benannte Schultz die entscheidenden Punkte, auf die die Juroren achteten. Mit eine Rolle spielten aber auch die Kommunikation und die Teamfähigkeit der Gruppen. Der Landesverband Baden-Württemberg siegte am Schluss, gefolgt vom Saarland und Hamburg. Das für Schleswig-Holstein angetretene Team aus Norderstedt – die jüngste Teilnehmergruppe im Feld – belegte Platz 12.

Nico (11) zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft direkt nach dem Wettkampf dennoch sehr zufrieden und hatte nichts Großartiges auszusetzen. „Die Kommunikation hätte noch etwas besser sein können. Aber mit der Personenrettung waren wir schnell fertig. Das war spannend und aufregend“, erklärte der Elfjährige, der seit zwei Jahren bei der THW-Jugend seiner Heimatstadt aktiv ist. Für die im Lager an den Holstenhallen verbliebenen Jugendlichen und Betreuer wurden die rund dreistündigen Wettkämpfe in Brachenfeld von einem Fernsehteam übertragen.

Noch bis Donnerstag geht es für die Jugendlichen mit Workshops, Ausflügen und Übungen weiter.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 09:00 Uhr

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