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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Innenstadt : Schaufenster bekleben? Die Politik hat da noch Fragen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

So wie die Verwaltung sich ein „Leerstandsmanagement“ vorstellt, wird der Rat es wohl nicht genehmigen

Neumünster | Der Vorschlag der Stadtverwaltung, als Einstieg in ein „Leerstandsmanagement“ die toten Schaufenster in der Innenstadt zu bekleben, hat in den Fraktionen keinen Jubel ausgelöst. „Dafür sind doch wohl in erster Linie die Hauseigentümer zuständig“, meinte Volker Andresen am Dienstagabend im Hauptausschuss. Der SPD-Fraktionsvorsitzende bezog sich auf den Vorschlag, für diese Maßnahme 20 000 Euro in die Hand zu nehmen.

Die Idee ist abgekupfert von DOC und Holsten-Galerie; dort werden die Fenster von leer stehenden Geschäften vollflächig mit attraktiven Folien beklebt. Damit soll künftig auch in der Innenstadt ein attraktiveres Bild erreicht werden. Von den gesperrten 50 000 Euro für ein Leerstandsmanagement soll die Ratsversammlung nun etwa 20 000 Euro für die Folien freigeben, schlägt das Citymanagement vor (der Courier berichtete).

„Das macht die SPD nicht mit. Das sind doch nicht unsere Schaufenster“, sagte Andresen und erntete Zustimmung aus anderen Fraktionen. Gespräche mit den Hauseigentümern hat die Stadtverwaltung noch nicht geführt. Es sieht nicht danach aus, dass der Rat am 22. November den Weg für die Folien frei macht.

In einem anderen Punkt will sich die Politik nicht in den Weg stellen – aber gewundert haben sich die Mitglieder des Hauptausschusses schon über die Daten, die das Citymanagement für 2017 als verkaufsoffene Sonntage angemeldet hat. Nach 5. Februar, 2. April und 24. September ist das nämlich auch der 29. Oktober, zwei Tage vor dem Reformationstag, der im Luther-Jahr 2017 ein gesetzlicher Feiertag ist. Die Kommunalpolitiker wunderten sich, dass die Kirchen und die Gewerkschaft Verdi diesem Termin im Vorfeld zugestimmt haben. „Das ist ja nicht mitarbeiterfreundlich. Viele werden doch den Montag als Brückentag frei nehmen wollen“, meinte Andresen. Die Politik will das vor einer Entscheidung noch einmal hinterfragen.

Die Zahl der Flüchtlinge in Neumünster ist weiterhin deutlich niedriger als vor einem Jahr. In der ehemaligen Scholtz-Kaserne leben nach Auskunft von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras derzeit 400 bis 500 Menschen (Vorjahr: bis zu 6500). „Mehrere hundert Personen“, so Tauras, seien aber mittlerweile auf eigene Faust aus anderen Gemeinden nach Neumünster gezogen. Das geplante „Willkommencenter“ in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne wird nach Auskunft des OB nicht bis Jahresbeginn fertig, weil weder der Eigentümer noch das Land einen Bescheid erteilt hätten.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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