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Holsteinischer Courier

24. März 2017 | 19:08 Uhr

Theater in der Stadthalle : Saxofonisten rissen das Publikum mit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Quartett „Pindakaas “ präsentierte die Konzertlesung „Skakespeares Dreams“ vor 260 Zuschauern im Theater in der Stadthalle.

Neumünster | William Shakespeare ist bereits vor 400 Jahren gestorben, doch seine Gedichte und Dramen reißen auch heute noch das Publikum mit. 260 Zuschauer hörten sich die Konzertlesung „Shakespeares Dreams“ des Saxofon-Quartetts „Pindakaas“ im Theater in der Stadthalle an und konnten sich bei dem einen oder anderen Shakespeare-Zitat das Lachen nicht verkneifen.

Anlass war der 400. Todestag Shakespeares. „Genau genommen war Shakespeares Todesjahr schon 2016, schließlich ist er 1616 verstorben. Doch bei einer so langen Zeit kommt es auf das eine Jahr mehr oder weniger auch nicht mehr an“, gestand der Altsaxofonist Guido Grospietsch mit einem Lächeln.

Das Quartett spielte Stücke aus der Renaissance, der Zeit Shakespeares. Komponiert wurden sie unter anderem von dem königlichen Hoflautenisten aus London, John Dowland. „Eigentlich sind die Stücke für Lauten geschrieben, doch wir haben sie für Saxofone transponiert“, sagte Baritonsaxofonist Matthias Schröder. Begleitet wurde das Quartett von dem Schauspieler Frank Dukowski, der die Werke Shakespeares las, und dem Countertenor Joachim Diessner von Isensee. „Der Countertenor ist eigentlich das Besondere an dem heutigen Abend. Eine so hohe männliche Stimme ist selten zu hören“, erklärte Grospietsch. Mit einer isolierten Kopfstimme erreichte Diessner von Isensee die Alt- und Sopranlage und beeindruckte damit das Publikum. „Eine klasse Stimme“, urteilte die Zuschauerin Heike Handke (53).

Vor 28 Jahren gründete sich „Pindakaas“ und veröffentlichte seitdem sieben CDs. Europaweit treten sie bei Kammer- und Kirchenmusikreihen sowie bei Festivals auf. „Die meisten verbinden mit einem Saxofon eher Jazzmusik, doch genau das wollten wir nicht. Wir haben uns auf die Kammermusik konzentriert. Im Grunde sind wir mit einem Streichquartett zu vergleichen“, so Schröder. Der Name „Pindakaas“ kommt aus dem niederländischen und heißt Erdnussbutter. „Unser ehemaliges Mitglied war in den Niederlanden im Urlaub und schlug den Namen vor. Wir fanden es lustig“, sagte Schröder.

Neben der Kammermusik engagieren sich die Musiker auch für Grundschüler. „Mit unseren Kinderprogrammen wollen wir die Schüler für die klassische Musik und das Theater begeistern. Viele kennen das von zu Hause gar nicht mehr“, erklärte Schröder.

Die Neumünsteraner forderten die Musiker mit einem tosenden Applaus und Fußgetrampel zu zwei Zugaben auf. „Ein toller Abend“, meinte der Zuschauer Jürgen Heuer (86), der selber in seiner Freizeit Cello spielt und schon seit 50 Jahren die Konzerte in der Stadthalle besucht.

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