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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 10:03 Uhr

Bezahlbarer Wohnraum : Sanierungspläne fürs Quartier

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wohnungsvermietung West möchte ihren Bestand zwischen Wasbeker Straße, Hansaring, Werder- und Wilhelmstraße sanieren und auch neu bauen.

Neumünster | Jan Edsen, der Chef der Wohnungsvermietung West (WVW), hat eine Vision für das Karree zwischen Wasbeker Straße, Hansaring, Werder- und Wilhelmstraße. „Wir wollen Wohnungen sanieren und das große Innengelände zum Leben erwecken“, sagte Edsen bei einem Ortstermin mit SPD-Politikern, dem Seniorenbüro, der Diakonie und Vertretern der Investitionsbank.

Die WVW ist Rechtsnachfolger des 2014 aufgelösten Wohnungsbauvereins Arbeiterbund und hat 353 Wohnungen im Bestand. Das Gros davon ist im beschriebenen etwa 16  000 Quadratmeter großen Karree und stammt aus den Baujahren 1910 bis 1928. Der Sanierungsbedarf ist mit Händen zu greifen. Angedacht ist nicht nur die Sanierung des Bestands, wo das sinnvoll und machbar ist, sondern auch die Schaffung von Stellflächen und neuen Mehrfamilienhäusern auf der Innenfläche. Edsen sprach von 12 bis 16 Einheiten, die man an Sozialmieter oder Familien vermieten wolle.

„Wohnraum zu bezahlbaren Preisen – das ist ein Spagat, der schwer zu schaffen ist“, sagte Edsen. Leer stehende Wohnungen mit Einfachstandard könnte die WVW sofort wieder vermieten. „Wir sind in Neumünster bekannt dafür, die günstigsten Mieten zu haben“, sagte Edsens Schwiegervater Dieter Nehring, der 30 Jahre lang Vorsitzender des Arbeiterbundes war. Die WVW vermiete die Wohnungen wegen der Sanierungspläne aber bewusst nicht.

Für Neumünsters SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber geht es „nicht nur darum, Wohnungen zu bauen. Wir müssen Städte bauen und Räume schaffen, in denen die Menschen leben wollen.“ Sie begrüßte daher die Pläne der WVW und lobte das Netzwerk, in dem die großen Wohnungsbaugesellschaften, der Mieterverein, Haus + Grund, aber auch der Senioren- und Behindertenbeauftragte nach Lösungen suchen. Neben der WVW haben auch die Baugenossenschaft Holstein, die Wobau und die Kock-Siedlung Wohnungen im Quartier. „Wenn die großen Player sich zusammentun, besteht die Chance, eine städtebauliche Lösung hinzubekommen“, sagte Kirsten Eickhoff-Weber. Die Böcklersiedlung zeige, dass es funktionieren kann. Und auch die Bedingungen vor Ort seien eigentlich optimal. Johann-Hinrich-Fehrs-Schule, Wilhelm-Tanck-Schule, das geplante Familienzentrum an der Werderstraße – alles liege dicht beieinander. „Es gibt auch schon viele konkrete Ideen“, sagte Kirsten Eickhoff-Weber und nannte eine Muster-Seniorenwohnung oder ein Wohngruppenprojekt für jüngere Menschen mit Behinderung. Olaf Kühl von der Investitionsbank machte deutlich, dass soziale Wohnraumförderung auch in Zeiten von Niedrigzinsen attraktiv sei. Der Zinssatz liegt zurzeit bei 0,5 Prozent – und das für 20 Jahre. Die Sozialbindung bei einem Neubau laufe 35 Jahre, die Sozialmiete betrage in Neumünster anfangs 5,20 Euro je Quadratmeter.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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