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Holsteinischer Courier

30. September 2016 | 18:52 Uhr

Wasserbauarbeiten : Sandfänge in der Schwale sind fertig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die EU übernahm die Kosten komplett. Naturschutzbeirat und Fachdienstleiter schauten sich die Ergebnisse am Mittwochabend an.

Neumünster | Anfang Januar sorgten die Bauarbeiten und vor allem das Fällen der Bäume an Schwale und Dosenbek in Brachenfeld noch für Aufsehen (der Courier berichtete). Nun sind die Bagger abgerückt, die „Herstellung der Durchgängigkeit sowie Errichtung von naturnahen Sandfängen“ – wie das Projekt offiziell heißt – ist abgeschlossen. Am Mittwochabend ließen sich die Mitglieder des Naturschutzbeirates gemeinsam mit Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Tiefbau und Grünflächen, Ute Obel, Abteilungsleiterin Umwelt und Bauaufsicht, und weiteren Mitarbeitern der Stadt die Ergebnisse vor Ort von Biologin Maren Rohrbeck vom Büro BBS aus Kiel vorstellen. Das Unternehmen hatte den Umbau im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie geplant.

Die beiden bisher gerade laufenden Flüsse wurden für die Sandfänge mehrfach in Richtung Brachenfelder Gehölz verschwenkt. Das natürliche Schlängeln heißt Mäandern; damit reduziert sich die Fließgeschwindigkeit. Außerdem werden an den entstehenden Kurven die Flächen vergrößert, auf denen sich die Sedimente ablagern. Die Hoffnung der Experten: So gelangt der Sand nicht bis zum Teich in der Innenstadt, sondern kann in gewissen Abständen bereits aus der Schwale im Brachenfelder Gehölz abgefahren werden. Eine weitere sogenannte Sandfangtasche entstand in der Dosenbek.

Zwei Sohlabstürze in der Schwale und einen in der Dosenbek – eine Art Staustufe – entfernten die Bauarbeiter. Stattdessen legten sie langgestreckte, geschüttete Sohlgleiten an, um den Fischen und anderen Wasserlebewesen den Weg flussaufwärts zu ermöglichen. „Es wurden unterschiedliche Strömungs-, Tiefen- und Breitenverhältnisse geschaffen, das Mittelwasserprofil eingeengt und Kies und Totholz eingebracht. Außerdem haben wir neue Bäume am Ufer gepflanzt, die gut angewachsen sind“, erläuterte Maren Rohrbeck. Auf den ehemaligen Bauflächen wurde Gras aus regionaler Saat gesät.

Über 400  000 Euro kosteten die Bauarbeiten, bezahlt wurden sie zu 100 Prozent von der Europäischen Union.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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