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Entwicklungshilfe : Rotarier bringen Afrikaner zum Abitur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bewohner eines Dorfes in Burkina Faso bekommen seit vielen Jahren Unterstützung durch den Rotary-Club Neumünster-Vicelin

Diese Reise war ein echtes Abenteuer: Carsten de Vries war Ende 2014 in dem westafrikanischen Land Burkina Faso und hat sich im Auftrag seines Clubs Rotary Neumünster-Vicelin in dem Dorf Sien umgesehen. „Das war wie eine Zeitreise. Die Menschen leben dort so wie bei uns vor mindestens 100 Jahren“, sagt der Neumünsteraner. Er hat sich angesehen, wo die Spendengelder des Neumünsteraner Serviceclubs landen.

Neben ihren Projekten in Neumünster unterstützen die Rotarier auch seit vielen Jahren die Menschen in Sien, das etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt liegt. Der Kontakt kam über den Rotarier Eitel-Wolf Necker zustande. Der ehemalige Aukruger Bürgermeister ist Mitglied im Verein „Partnerschaft Aukrug-Sien“ und brachte seinen Clubfreunden die Idee eines afrikanischen Patenprojekts nahe.

2001 starteten die Neumünsteraner das erste Projekt für Sien; dabei ging es um Ausbildungsförderung für die Mädchen und Frauen des Dorfes. 15 Bewohnerinnen wurde so eine hauswirtschaftliche Ausbildung ermöglicht. Seitdem beteiligten sich die Rotarier regelmäßig mit Finanzspritzen an den Hilfsmaßnahmen des Aukruger Vereins: beim Zukauf von Hirsevorräten in schlechten Erntejahren, beim Bau des Regenrückhaltebeckens und bei der Erweiterung der Dorfschule. Ein eigenständiges Rotary-Projekt waren Mikrokredite, die der Club in Kooperation mit den Rotariern von Bobo Dioulasso verwirklichte. „Jeder einzelne Kredit wurde mittlerweile komplett zurückgezahlt“, sagt Carsten de Vries anerkennend.

Seit zwei Jahren vergeben die Rotarier Stipendien an junge Leute aus Sien, die damit entweder das Abitur machen oder eine Ausbildung finanziert bekommen. 6000 Euro stellt Rotary dafür pro Jahr zur Verfügung. „Die jungen Leute bewerben sich bei uns, und wir wählen sie mit Hilfe eines Partnervereins vor Ort aus“, sagt Necker. Im ersten Jahr wurden zehn Bewerber angenommen, im zweiten sind es jetzt acht. Das Schulgeld zahlen die afrikanischen Partner direkt an die Schulen.

Als Carsten de Vries vor Ort war, hat er alle Stipendiaten kennengelernt. „Jeder Schüler hat sich vorgestellt und erklärt, wie er voran kommt“, erzählt de Vries. Ein Schüler sei längere Zeit nicht zum Unterricht gefahren, weil sein Fahrrad kaputt gewesen sei – und eine andere Möglichkeit habe er einfach nicht gehabt. Die Rotarier haben aber festgelegt, dass jeder Stipendiat sogar einmal sitzenbleiben darf. „Das passiert hier ja schließlich auch“, sagt Necker.

Weitere Projekte für Sien sind in Planung. Beispielsweise wollen die Aukruger eine Krankenstation bauen lassen, und Rotary Neumünster-Vicelin will sich finanziell beteiligen. Dabei erhalten die Neumünsteraner auch Unterstützung von übergeordneten Rotary-Spendentöpfen. Necker und de Vries sind von der Arbeit überzeugt: „Das Schöne ist: Wir wissen genau, wo unser Geld bleibt. Und es ist dort gut angelegt.“

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erstellt am 28.Jan.2015 | 12:00 Uhr

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