zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 22:25 Uhr

Brandschutzausschuss : Retter können Hilfsfristen nicht einhalten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Laut Gutachten fehlen Mitarbeiter. Vorstoß: Die Ratsversammlung muss Personalentscheidungen nicht mehr vorher genehmigen.

Neumünster | Wer sonnabends oder sonntags zwischen 7 und 15 Uhr über den Notruf einen Krankenwagen in Neumünster anfordert, muss derzeit mit längeren Wartezeiten, die über 12 Minuten dauern, rechnen. Das geht aus einem sogenannten Ampel-Gutachten von Krankenkassen und Berufsfeuerwehr hervor, das Fachdienstleiter Sven Kasulke am Dienstagabend im Brandschutzausschuss vorstellte. Damit können die Retter die gesetzlichen Fristen und Vorgaben nicht einhalten. Auch an Werktagen kann es zu Engpässen kommen.

Grund hierfür ist laut Kasulke die Personalknappheit. So steigen die Einsatzzahlen der Notfallrettung und im Krankentransport auch 2016 weiter deutlich an. Laut Gutachten werden für den Rettungsdienst zurzeit 56 Mitarbeiter benötigt. Es sind aber nur 35 beschäftigt. „Einige Defizite können wir dadurch ausgleichen, dass wir Feuerwehrleute vom Löschzug nehmen und mit ihnen einen Rettungswagen besetzen. Das ist aber keine Dauerlösung“, so Kasulke. Die Einsatzmöglichkeiten wurden zudem durch eine Verlängerung der Fahrzeiten von Krankenwagen, Überstunden bei Kollegen und die Veränderung von Dienstplänen optimiert. Trotzdem kann laut Gutachten „das Sicherheitsniveau am Wochenende nicht eingehalten werden“.

Kasulke betonte am Dienstagabend vor den Ausschussmitgliedern, es sei schwierig, qualifiziertes Personal zu finden. Der Markt an Notfallsanitätern und Rettungssanitätern sei leergefegt. Zudem vergehe meist rund ein halbes Jahr von dem Zeitpunkt an, an dem der Personalbedarf festgestellt wird, bis zur Einstellung des Mitarbeiters. „Das Einwerben von Planstellen im Stellenplan dauert drei Monate, die Ausschreibung mit Bewerbungsfrist über einen Monat, das Auswahlverfahren noch einmal eine Woche. Oft muss eine Kündigungsfrist beim alten Arbeitgeber von mindestens einem Monat eingehalten werden“, rechnete er vor.

Um Zeit zu sparen, schlug Jürgen Böckenhauer (SPD) vor, Personaleinstellungen künftig nicht mehr vorher vom Ausschuss und der Ratsversammlung genehmigen zu lassen. Denn: Die Krankenkassen finanzieren die Stellen zu 100 Prozent. Gegebenenfalls könne der Rat die Entscheidungen hinterher absegnen, schlug Peter Cleve (BFB) vor. Der Vorstoß soll nun in den Fraktionen beraten werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen