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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 16:47 Uhr

Abitur-Doppeljahrgang : Rekord: 1050 Abiturienten bestanden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wegen des Doppeljahrgangs G8 und G9 gingen besonders viele Schüler in die Reifeprüfung. Zwei Geschwisterpaare vergleichen die System.

Neumünster | So viele Abiturienten auf einen Schlag hat Neumünster lange nicht gesehen: Insgesamt 1050 Jungen und Mädchen zwischen 17 und 20 Jahren haben in den vergangenen Wochen in der Stadt die Reifeprüfungen abgelegt. Allein an den vier Gymnasien der Stadt bestanden 635 Schüler. 143 Jungen und Mädchen bauten ihr Abi an den Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld, 272 Abiturienten steuern die drei Regionalen Bildungszentren (Elly-Heuss-Knapp-Schule, Walther-Lehmkuhl-Schule und Theodor-Litt-Schule) bei. Keine Zahlen waren gestern von der Waldorfschule zu erhalten.

Wie in den Vorjahren können Neumünsters Schulen dabei teils wieder mit Spitzenleistungen glänzen: Die Alexander-von-Humboldt-Schule meldete gestern gleich sechs Kandidaten mit der Bestnote 1,0. Ein Schüler kam rechnerisch sogar auf einen rekordverdächtigen Notenschnitt von 0,8. „Die Ergebnisse aller drei Kernfächer liegen signifikant über dem Landesschnitt“, freute sich Schulleiterin Doris Weege über den guten Jahrgang 2016.

An der Holstenschule baute eine Schülerin das beste Abitur mit einem Schnitt von 1,0. An der Immanuel-Kant-Schule schaffte eine junge Frau das beste Abi mit einen Schnitt von 1,2. An der Gemeinschaftsschule Brachenfeld schlossen die besten Mädchen mit 1,0 und 1,1 ab, die besten Jungen mit 1,2 und 1,3. An der Klaus-Groth-Schule lautet das Top-Abi 1,1. Nur drei der 111 hier angetretenen Schüler schafften die Prüfungen nicht. „Das ist schade, vom Ansatz her hätte es klappen können, dass alle durchkommen“, bedauerte und tröstete gestern Schulleiter Jörg Jesper. Insgesamt waren (inkl. Waldorfschule) 1136 Schüler zum Abitur angemeldet, wegen des Doppeljahrgangs G8 und G9 erheblich mehr als im Vorjahr (844). Die Durchschnittsnote des Jahrgangs war von den Schulen nicht zu erfahren.

Zu den Neu-Abiturienten gehören auch die beiden Geschwisterpaare Brian und Josie Albert aus Großenaspe und Luisa und Jonas Jöhnck aus Boostedt, die der Courier bereits im Februar bei den Vorbereitung auf ihr Abitur an der Holstenschule vorgestellt hat. Das Besondere an den beiden Duos: Während sich Jonas (19) und Josie (19) nach der Regelschulzeit von neun Jahren auf das Abitur vorbereiteten, wurden sie jeweils von ihren jüngeren Geschwistern eingeholt, die ihr Abitur über G8 schaffen wollten. Welcher Weg ist der bessere? Für den Courier zogen die Vier gestern eine kleine „Schulbilanz“.

Das Wichtigste: Alle vier Ex-Schüler fühlen sich mit ihrem persönlichen Notenschnitt unter dem Strich gerecht behandelt: Das beste Abi des Freundesquartetts baute Luisa im G8-Verfahren, ihr Schnitt: 2,0. Ihr Bruder Jonas geht mit 2,7 nach Hause. Auch Josies Noten liegen im guten Bereich, nur Brian mag seinen Schnitt „lieber nicht an die große Glocke hängen: Mathe hat mich doch sehr gequält!“

Eines kann ihm aber keiner nehmen, wie Luisa anerkennend feststellt: „Mit 17 durchs Abi ist natürlich nicht schlecht“, sagt die junge Frau, die für sich selbst erstmal eine Pause vorgesehen hat: Mit einer Freundin und dem Rucksack will sie zwei Monate durch Südostasien ziehen, bevor sie übers Studium nachdenkt.

Die verkürzte Schulzeit hat sie unter dem Strich in guter Erinnerung, allerdings habe ihr in der Schlussphase doch einiges gefehlt, was in der Mittelstufe aus Zeitgründen aus dem Lehrplan geflogen sei, kritisiert Luisa. Josie hat in ihrer Laufbahn mehr Stress empfunden: „Auf Unterricht bis 16 Uhr sollte man verzichten“, empfiehlt die Abiturientin; die Konzentration gehe nach 14 Uhr doch arg in den Keller.

Obwohl Jonas ein Jahr mehr Zeit hatte, beneidet er seine Schwester Luisa in einem Punkt. „Sie hat früher mit den Fremdsprachen angefangen, da hatte sie einen Vorteil“, sagt der junge Boostedter, der vor seinem Studium bei der Polizei jetzt ein Jahr als Au-Pair in die USA geht. Einig sind sich die Vier in einem Punkt: Um das Fachprofil künftiger Abiturienten weiter zu schärfen, sollten die Schulen die Nebenfächer noch stärker zurückstellen.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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