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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 10:04 Uhr

Technik-Preis : Rastloser Forschergeist brachte den Sieg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsteraner holen den 1. und 2. Platz bei umweltfreundlichem Rennen mit selbst konstruierten Katamaranen aus Schaumstoff

Neumünster | Drei technikbegeisterte Abiturienten der Immanuel-Kant-Schule schnappten sich beim Schülerwettbewerb „Zero Emission“ (keine Schadstoffe) in Hamburg die ersten beiden Plätze.

Bei dem zum neunten Mal von der Schleswig-Holstein Netz-AG veranstalten Wettbewerb treten Schüler aus der Metropolregion Hamburg mit selbst konstruierten Booten gegeneinander an. Die Neumünsteraner Magnus Engler, Hannes Ohldag und Lukas Thies nahmen mit dem betreuenden Lehrer Ekkehard Baum dieses Jahr zum dritten Mal an dem Rennen teil. Die vergangenen beiden Jahre belegten sie jeweils den zweiten Platz. „Mir gefällt vor allem die Herausforderung, immer besser werden zu wollen. Es gab nie einen Moment, wo wir dachten ,Jetzt haben wir es geschafft’. Wir überlegen uns immer wieder Neues, um uns zu steigern“, sagt Magnus Engler aus Wasbek.

Als Antrieb bekommen alle Teilnehmer eine Brennstoffzelle zur Verfügung gestellt. Eine andere oder weitere Energiequelle durfte nicht genutzt werden. In der Zelle werden Wasserstoff und Sauerstoff zusammengeführt und unter Freisetzung von Energie zu Wasser. „Wir alle wollen das Klima schützen und Energie sparen. Die Jugendlichen forschen an der Energiequelle der Zukunft und entdecken dabei bestenfalls ihren Forschergeist“, sagt die Projektleiterin des Schülerwettbewerbs, Andrea Hansen.

Das Neumünsteraner Team entschied sich dazu, einen ein Meter langen Katamaran aus Schaumstoff zu bauen. In einem Wasserbecken testeten sie 13 verschiedene Motoren auf ihre Effizienz und wählten die beiden leistungsstärksten aus. Anschließend wurden 17 Schiffsschrauben ausprobiert, um die beiden zu ermitteln, die am wenigsten Wellen schlagen. Der nächste Schritt war die Bauphase. „Der Bau der Kufen gestaltete sich am schwierigsten, denn diese sollten zum einen möglichst leicht sein, aber dennoch genug Auftrieb bieten, um das gesamte Boot tragen zu können,“ erklärt Hannes Ohldag. Um ihre Chancen zu verbessern, bauten die Tüftler gleich zwei Katamarane mit leichten Abweichungen und jeweils zwei Motoren und Schrauben. Als einziges der 18 teilnehmenden Teams hatte das Neumünsteraner Boot eine Fernsteuerung. Für die zehn Meter lange Rennstrecke brauchte ihr Gewinnerboot 10,6 Sekunden. Das Preisgeld für die ersten beiden Plätze betrug 1400 Euro. „Das haben die Jungs sich wirklich verdient und können es für ihr Studium gut gebrauchen“, sagt Andrea Hansen.

Da sie seit Juli keine Schüler mehr sind, war dieses Jahr ihre letzte Teilnahme. Alle drei beginnen im Oktober einen technischen Studiengang: Materialwissenschaften, Physik und Maschinenbau. Das ist auch für die Veranstalter toll. „Das freut mich sehr. Es ist uns wichtig, junge Menschen für Technik zu begeistern, denn wir brauchen auch Natur- und nicht nur Geisteswissenschaftler“, sagt Andrea Hansen.

Auch in ihrer Freizeit dreht sich bei den Gewinnern alles um technische Basteleien. „Ich baue gerade einen Hochofen aus einem metallenen Mülleimer, etwas Beton, einem Mofa Krümmer und einem Feuerlöscher“, sagt Magnus Engler ganz selbstverständlich. Damit möchte er Bronze und Alu schmelzen, um es für andere Projekte zu verwenden. Der Forschergeist ist bei den Schülern also schon lange geweckt und wird so schnell wohl nicht mehr ermüden.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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