zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 21:42 Uhr

Prozessauftakt : Räuber-Trio saß eigentlich in Haft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Männer müssen sich für Überfällen auf Tankstellen und Burger King verantworten

Neumünster | Über Monate hielt das Räuber-Trio die Polizei und Geschäftsleute in ganz Norddeutschland in Atem. Immer wieder überfielen die drei Männer Tankstellen, Schnellrestaurants und Supermärkte, bedrohten die Angestellten mit Waffen und entkamen mit ihrer Beute. In Neumünster schlugen die Täter mindestens drei Mal zu. Jetzt wird dem Trio vor dem Landgericht Hamburg wegen schweren Raubes der Prozess gemacht.

Zu verantworten haben sich dort der Serbe Dardan B. (29), der Deutsche Rosch Hat B. (25) und der Italiener Silvio B. (27). Sie sollen laut Generalstaatsanwaltschaft Hamburg von Ende Februar bis zum 9. Juli 2015 in wechselnder Beteiligung mindestens 13 Straftaten begangen haben. Ganz besonders dreist: Die drei Männer gingen offenbar zum Teil auf Raubzug, als sie eigentlich noch im Gefängnis saßen. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft war Dardan B. damals in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lübeck inhaftiert, durfte sie jedoch „aufgrund von Strafvollzugslockerungen“ ab und zu verlassen. Ähnlich verhielt es sich mit Rosch Hat B. Als er dann auf Bewährung aus der JVA Lübeck frei kam, machte er ebenfalls weiter. Silvio B. saß in Neumünster ein, wo er immer wieder probeweise auf freien Fuß kam, bis auch er auf Bewährung entlassen wurde.

Laut Anklage sollen die drei Männer am 26. März 2015 die Aral-Tankstelle an der Rendsburger Straße überfallen haben (der Courier berichtete). Gegen 21 Uhr bedrohten sie zwei Mitarbeiterinnen mit einer Pistole, erbeuteten Geld und suchten das Weite. Am 23. April geriet das Schnellrestaurant Burger King gegen 21.30 Uhr ins Visier der Männer. Mit einer Pistole hielten drei Maskierte Angestellte und Kunden in Schach und rissen mit Gewalt Einsätze aus der Kassen heraus. Am 9. März 2015 überfielen Dardan B. und Silvia B. laut Staatsanwaltschaft die Nordoel-Tankstelle an der Ecke Brachenfelder Straße/Feldstraße. Gegen 22.10 Uhr wurden die Kassiererin und ein Kunde mit einer Pistole bedroht. Für Tankstellenpächter Martin Kriese war es dort der zweite Überfall innerhalb weniger Wochen. Auch die Tankstelle seines Vaters in Boostedt hatte kurz vorher unliebsamen Besuch bekommen. Deshalb setzte er damals eine Belohnung von 500 Euro aus. „Die wurde aber nie abgefordert“, so Kriese. Er hat bereits in Hamburg im Prozess ausgesagt. „Das dauerte nur so zehn Minuten. Für die Folgen des Überfalls hat sich da leider niemand so recht interessiert“, sagte er gestern auf Anfrage.

Neben den drei Überfällen in Neumünster werden Taten aus Hamburg und dem Kreis Stormarn verhandelt. Der Prozess wird fortgesetzt.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen