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Holsteinischer Courier

25. September 2016 | 03:59 Uhr

ADFC : Radtouren finden wieder statt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt sichert Vereinen Gebührenfreiheit und Unterstützung bei Genehmigungsanträgen zu. Wirtschaftsausschuss im Landtag berät heute.

Neumünster | Der Streit um die Genehmigungspflicht für Radtouren auf Bundes- und Landesstraßen ist in Neumünster beendet. Der Vorsitzende der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Uwe Mohns, kündigte nach einem Gespräch im Rathaus mit Udo Wachholz, Fachdienstleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, an, dass ab sofort wieder alle geplanten Veranstaltungen stattfinden. Grund: Die Stadt hat der Radelgruppe zugesagt, grundsätzlich für alle Touren, die innerhalb von Neumünster stattfinden oder aber in der Stadt beginnen, auf Gebühren zu verzichten.

Damit sei die Hauptforderung erfüllt, erklärte Mohns gegenüber dem Courier. Er lobte ausdrücklich das klärende Gespräch und das Entgegenkommen der Verwaltung. Der ADFC hatte im Juli bei einer Sondersitzung beschlossen, vorerst nicht weiter zu machen (der Courier berichtete). Ausschlaggebend dafür waren Berichte, wonach in Schleswig-Holstein kostenpflichtige Genehmigungen für geführte Radtouren auf Bundes- und Landesstraßen beantragt werden müssen. Würden diese nicht vorliegen und passiere etwas, müsse der Tourenleiter haften, hieß es. „Damit hing das Schwert der Privat-Insolvenz über jedem unserer Tourenführer. Das konnten wir nicht akzeptieren“, so Mohns. Er hält den Protest für angemessen: „Manchmal arbeiten Behörden träge und brauchen den Aha-Effekt. Die Absagen sind zwar schade, aber wir haben damit die nötige Aufmerksamkeit erregt.“

Udo Wachholz bot gestern auch jedem weiteren Verein kostenfreie Hilfe bei Fragen an. „Wir beraten gerne, wenn Unsicherheit besteht. Sollte dann tatsächlich eine Genehmigung notwendig sein, so erstellen wir sie umgehend und ohne Gebühren“, sagte er. Weder Ehrenamt noch Tourismus wolle man Steine in den Weg legen, „schließlich ist Schleswig-Holstein ein Fahrradland“, so Wachholz.

Auch auf Landesebene zeichnet sich mittlerweile eine Einigung ab. Der Wirtschaftsausschuss berät das Thema heute im Landtag. Das Verkehrsministerium stellte unterdessen in einer Pressemitteilung noch einmal heraus, dass sich weder an der Straßenverkehrsordnung, noch an der Umsetzungspraxis in Schleswig-Holstein seit 2008 etwas verändert habe. Für Familienausflüge oder sonstige Radtouren im privaten Kreis sei keine Erlaubnis notwendig, ganz gleich, ob auch Landes- und Bundesstraßen befahren werden. Anbieter von geführten Radtouren bräuchten ebenfalls keine Erlaubnis, wenn sie sich auf den insgesamt 4300 Kilometern Radwegen im Land oder auf Kreis- und Gemeindestraßen bewegen. Eine Erlaubnis für geführte Radtouren sei nur nötig, wenn an einer solchen Radtour mehr als 100 Personen teilnehmen oder wenn mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen sei.

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erstellt am 27.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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