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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 15:27 Uhr

Trappenkamp : Querelen um Geld und Dr. Gerlich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schwierige Themen beschäftigten die Gemeindevertreter in Trappenkamp. Das neue Gutachten zum Namensgeber der Schule liegt vor.

Trappenkamp | Finanzielle Einbußen von rund einer halben Million Euro aus den im Haushaltsansatz erwarteten Gewerbesteuereinnahmen reißen ein spürbares Loch in den Trappenkamper Haushalt. Das berichtete Trappenkamps Finanzchef Axel Barkow am Donnerstagabend in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung vor der Sommerpause. Außerdem gilt es, allein zwei große Bauvorhaben zu finanzieren.

„Allein eine Million Euro für den Kindergartenausbau und voraussichtlich 2,5 Millionen Euro für die neue Feuerwehrzentrale, das sind dicke Brocken für die Gemeinde“, stimmte Bürgermeister Harald Krille zu. Strittig bleibt dagegen der Umgang mit der Verteilung der Verwaltungskosten für die Schulen in der Amtsverwaltung. Besonders die Weigerung aus dem Schulverband Sventana, die inzwischen festgestellten Mehrkosten mitzutragen, sorgen für Zündstoff.

Bislang hatte das Amt Bornhöved in Trappenkamp für die Schulverwaltung eine Pauschale erhoben. Nach heutiger Berechnung liegen die Pauschalen allerdings deutlich unter den tatsächlichen Kosten. Die müssen im Zweifel von den Amtsgemeinden getragen werden, erklärte Barkow. Die höheren Kosten seien auch vom Schulverband Sventana-Bornhöved für die Verwaltung der Sventana-Schule zu tragen, meinte Trappenkamps Finanzchef. Es könne nicht sein, das Trappenkamp als größte Gemeinde im Amt fast 50 Prozent der Kosten trägt und die Bornhöveder Anteile mitfinanziert. Notfalls müsse der Vorgang durch die Kommunalaufsicht geprüft werden. Wie Amtsleiter Jörg Tietgen anmerkte, sei allerdings die Rechtssituation zwischen der Verwaltung und dem Schulverband eine andere als zwischen Amt und Gemeinden. Der Schulverband Sventana hatte einen gültigen Vertrag über die Schulverwaltung. Nach der Ankündigung der deutlich höheren Kostenerstattung hat der Verband den Vertrag zum 31. Dezember 2016 gekündigt. Ob eine Nachforderung durchsetzbar sei, bleibe fraglich.

Neben den Finanzfragen stand die Frage zum Umgang mit der Namensgebung der Trappenkamper Dr.-Gerlich-Schule zur Diskussion. Wie sich in einem Gutachten herausgestellt hatte, hat Dr. Gerhard Gerlich, der sich nach dem 2. Weltkrieg unter anderem als Landtagsabgeordneter für den Bau der Trappenkamper Grundschule eingesetzt hatte, seine Mitgliedschaft in der SS verschwiegen.

„Die Schulkonferenz hat sich inzwischen für eine neue und neutrale Namensgebung ausgesprochen“, informierte Harald Krille. Inzwischen liegt ein zweites Gutachten vor, das sich mit Gerlichs Biografie nach dem Krieg beschäftigt.

Das wissenschaftliche Gutachten „Der Landtagsabgeordnete Dr. Gerhard Gerlich (1950 – 1962)“ von Dr. Ulrich Erdmann ist mittlerweile auf der Homepage der Gemeinde Trappenkamp veröffentlicht worden. Es kann unter www.trappenkamp.de heruntergeladen werden.

In einer Sondersitzung der Gemeinde am 11. August soll abschließend über das Thema gesprochen und abgestimmt werden. „Für mich heißt es, den Blick nach vorne zu richten und für die Zukunft die richtigen Entscheidungen zu finden“, meinte Trappenkamps Bürgermeister. Das Thema sei brisant, und wenn die Schule sich einen neutralen Namen wünsche, sollte dem stattgegeben werden, so Krille.

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