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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 13:17 Uhr

Kundgebung zum 1. Mai : Protest gegen Profitgier und Fremdenhass

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 400 Bürger folgten dem Aufruf der Gewerkschaften und demonstrierten am gestrigen 1. Mai für „Mehr Zeit für Solidarität“.

Neumünster | Dem Ruf der Gewerkschaften folgten gestern zahlreiche Bürger. Punkt 10 Uhr liefen etwa 400 Demonstrationsteilnehmer mit dem FTN Spielmannszug vorweg vom Großflecken quer durch die Innenstadt zum Haus des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an der Carlstraße, wo bereits ein Fest mit Flohmarkt im Gange war. Auf einem Banner skandierten sie das Motto des diesjährigen Tags der Arbeit „Mehr Zeit für Solidarität“.

Nach der Begrüßung durch den Verdi-Bezirksvorsitzenden Andreas Hering sprach Ralf Becker, Landesbezirksleiter Nord der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), als Mai-Redner. Getreu dem Motto des aktuellen Maifeiertags forderte er mehr Zeit für Solidarität statt Fremdenfeindlichkeit, mehr Chancengleichheit und mehr Investitionen in öffentliche Infrastruktur. „Eine schwarze Null ist kein Selbstzweck. Blinde Haushaltskonsolidierungen statt Investitionen in die Zukunft gehen zu Lasten künftiger Generationen“, führte er vor etwa 1000 Zuhörern am DGB Haus aus. Als einen der größten Erfolge im vergangenen Jahr bezeichnete Becker den Mindestlohn von 8,50 Euro. „3,7 Millionen Menschen profitieren inzwischen davon, die nicht mehr für einen läppischen Lohn arbeiten müssen. Die vielen Horrorszenarien, die sich manche ausgemalt haben, sind wiederum nicht eingetreten“, sagte Becker weiter.

Weiterhin machte er auf „skandalöse Situationen“ in der Metallindustrie aufmerksam. „Die Gewinne der Unternehmen sind gestiegen und gestiegen. Wir haben das Geld miterwirtschaftet und wollen unseren Anteil haben“, betonte Becker. Es sei eine Verteilungsfrage. „Es muss Schluss sein, dass sich Unternehmen aus der Tarifbindung stehlen“, sagte er weitere und forderte seine Kollegen auf, aufzustehen, für ihre Belange zu kämpfen und sie durchzusetzen. „Härteste Konsequenzen“ drohte er den Unternehmen an, die sich nicht zur Sozialpartnerschaft bekennen und Tarifflucht begehen. Mit Blick auf die vom Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geforderte Rente mit 70 zeigte der Gewerkschafter die Rote Karte nach Berlin. „Wer so etwas fordert, hat sich für die Politik in diesem Land disqualifiziert.“

Die Flüchtlingssituation war ebenfalls ein Schwerpunkt der Kundgebung. Eine große Aufgabe stehe diesem Land und auch Neumünster bevor. Das The-ma müsse ruhig, sachlich und lösungsorientiert angegangen werden, forderte Andreas Hering. Zugleich verurteilten die Redner die fremdenfeindlichen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. „Rechtsextremisten haben keinen Platz in diesem Land“, waren sich die Redner einig und ernteten Applaus. Die Maifeierlichkeit am DGB-Haus wurde umrahmt mit einem Flohmarkt und einigen Aktionen für Kinder.

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erstellt am 02.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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