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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Einfeld : Professor-Graf-Straße: Anlieger müssen sich einig sein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt stellte im Beirat Vorschläge für den Umbau vor. Kostenverteilung zwischen Stadt und Anliegern ist Verhandlungssache.

Neumünster | An der Professor-Graf-Straße in Einfeld die öffentlichen und privaten Interessen unter einen Hut zu bringen, bleibt ein schwieriges Unterfangen. Tiefbau-Amtsleiter Ralf-Joseph Schnittker stellte am Dienstag im Stadtteilbeirat den Vorschlag der Stadt vor.

Er sieht auf der Straßenseite mit den Mietwohnungen eine geschlossene Parkreihe vor. Auf der anderen Seite mit den Eigentumsreihenhäusern soll der jetzige Parkstreifen aufgegeben und der Straße zugeschlagen werden. Für die Eigentümer würden die Bordsteine am Gehweg abgesenkt und Überfahrten zu den Grundstücken geschaffen. Die Eigentümer könnten dann – wie gewünscht – auf ihren privaten Grundstücken parken. Damit der Verkehr nicht zu schnell fließt, sollen Baumscheiben die Straße an einigen Stellen verengen; auf der Seite mit den Eigentumshäusern würde es ein Parkverbot geben.

Allerdings ist diese Lösung nicht so günstig zu haben, wie manche Eigentümer sich das erhoffen. „Wenn der jetzige Parkstreifen zur Straße wird, muss er ordentlich mit einem neuen Unterbau hergestellt werden“, erläuterte Schnittker. Die Kosten für die 200 Meter Straßenausbau inklusive der Absenkung der Gehwege schätzt die Stadt auf 195  000 Euro. Welchen Anteil davon die Stadt und welchen die Anlieger zahlen, ist Verhandlungssache. Wenn das öffentliche Interesse einer besseren Verkehrsführung überwiege, könne der Kostenanteil der Stadt durchaus höher sein als der der Anlieger.

Allerdings machte Schnittker auch unmissverständlich deutlich, dass für diesen Vorschlag die „Schicksalsgemeinschaft eines Wohnblocks nötig“ sei. Die Überfahrt zu den privaten Reihenhäusern sei nur zu genehmigen, wenn sich alle sechs Eigentümer eines Blocks einig seien. „Die Stadt kann nicht das Risiko eingehen, dass einer der Anlieger dagegen ist und dann klagt“, sagte Schnittker.

Das könnte durchaus schwierig werden. Die Eigentümer der Eckgrundstücke in den vier Reihenhausblocks haben nämlich bereits eine Zufahrt zu ihrem Grundstück und könnten sich gegen die vorgeschlagene Lösung aussprechen. „Wir sind hier in einer offenen Diskussion“, sagte Schnittker. Es gebe dabei keinen Zeitdruck. Entscheiden müsste nach einem empfehlenden Votum des Stadtteilbeirats letztlich die Ratsversammlung.

Drei Möglichkeiten seien nun denkbar und zu prüfen. 1. Es überwiegt das öffentliche Interesse. 2. Es überwiegt das private Interesse. 3. Es überwiegt das öffentliche Interesse, aber die Anlieger sind nicht bereit mitzuziehen. Dann würde der Straßenumbau umgesetzt – die Anlieger der Eigentumswohnungen bekämen aber keine abgesenkten Bordsteine für eine Zufahrt auf ihr Grundstück. Die Folge wäre sogar ein Verlust von Parkplätzen.

Der Stadtteilbeirat mochte sich in dieser Frage noch nicht festlegen. „Wir verschieben das Votum auf die Juni-Sitzung nach einem Ortstermin“, schlug Beiratsmitglied Benjamin Hebel vor.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 10:00 Uhr

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