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Ausbildungsprojekt : Prima Klima für alte Maschinen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jugendliche des Ausbildungsverbundes packten kräftig im Museumsdepot an / Größtes Einzelprojekt: ein Extra-Raum für Spinnmaschinen

Neumünster | Alte Handwebstühle abbauen und transportieren, ein Schauregal mit alten Vitrinen bestücken, 150 Rechen- und Schreibmaschinen umräumen, Wände und Geländer zimmern: 15 Jugendliche von der Produktionsschule des Ausbildungsverbundes (AVN) haben in den vergangenen Wochen und Monaten in der Werkhalle an der Klosterstraße viel Staub geschluckt und kräftig angepackt. Das Ergebnis lässt sich sehen: In den drei Hallen des Museumsdepots herrscht sichtlich mehr Ordnung, und in der hinteren Halle sind jetzt alte Spinnmaschinen in einem extra Raum besser gegen Temperaturschwankungen geschützt.

„In der Produktionsschule werden Jugendliche, die schulmüde sind, Sitzenbleiber oder Schulverweigerer sind, neu motiviert, qualifiziert und auf das wirkliche Leben und den Arbeitsmarkt vorbereitet“, sagt Reinhard Arens, Geschäftsführer Region Süd beim AVN. Die Produktionsschule gibt es seit 2013, das Werkhallen-Projekt startete 2015. Die Stadt bezuschusste letzteres mit 30  000 Euro; bisher nahmen 15 Jugendliche daran teil. Sie verstärkten eine Zwischenwand zur Halle 2 – beim Kunstflecken Gastro-Bereich – mit Rigipsplatten, sortierten Webstühle nach Baujahr und räumten etwa 150 Rechen- und Schreibmaschinen um.

Das größte Einzelprojekt aber ist ein extra Raum in der Halle 3. In einer Art Riesenkiste – 120 Quadratmeter groß, 20 Meter lang, sechs Meter breit, 2,30 Meter hoch mit einer Decke als weiterer Lagerfläche – lagern alte Spinnmaschinen der Spinnerei Wiese. Diese wurde 1851 in Uetersen gegründet, in Neumünster über mehrere Generationen betrieben und erst 2000 stillgelegt. „Bisher wurden die Maschinen nur notdürftig eingeölt, im Winter sanken die Temperaturen, es drohte Flugrost“, erklärt Museumsdirektorin Astrid Frevert., Die Jugendlichen bauten ein Holzständerwerk, Wände, Decke und eine Treppe. „Im Raum herrscht eine Temperatur von etwa 18,4 Grad, im Winter regeln wir einen Heizkörper so ein, dass die Temperatur über 13 Grad bleibt. Üblich waren Schwankungen von 5 Grad im Winter bis 30 Grad im Sommer. Es herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 44 Prozent“, erklärte Olaf Dukowski. Er ist Meister und leitet die Jugendlichen an.

„Hier werden bleibende Werte geschaffen und die Museumsexponate geschützt und erhalten. Darauf können die Teilnehmer stolz sein, das motiviert“, sagte Reinhard Arens.

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erstellt am 08.Apr.2017 | 09:00 Uhr

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