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Aukrug : Polizei verhindert Übergriff von AfD-Gegnern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tivoli-Wirt Sven Lohse sieht sich in seiner Haltung bestätigt, einer demokratischen, nicht verbotenen Partei sein Haus zu öffnen.

Aukrug | Es gellten Pfiffe, es flogen Steine, und am Ende zerplatzten noch Beutel mit roter Farbe am Haus. Die Veranstaltung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Aukruger Tivoli am Freitagabend erregte die Gemüter. Die Polizei konnte einen gewalttätigen Übergriff von AFD-Gegnern gegenüber zweier Besucher gerade noch unterbinden.

Wirt Sven Lohse sieht sich jedoch in seiner Haltung bestätigt, einer demokratischen, nicht verbotenen Partei sein Haus zu öffnen. Nach ersten Anfeindungen erhielt er viel Unterstützung. Ein Eintrag auf Facebook, in dem Lohse noch einmal seine Haltung erklärte, hatte gestern Nachmittag über 67.000 Zugriffe und war mehr als 600 Mal geteilt worden. „Wir akzeptieren natürlich, dass nicht jeder versteht, was wir entschieden haben, aber wir werden weiterhin jegliche Form von Redeverbot ablehnen“, heißt es dort.

Die Veranstaltung im Innern des Hauses verlief friedlich und korrekt. Zahlreiche Besucher seien gekommen, um sich zu informieren und hätten kritische Fragen gestellt, so Lohse. Draußen sorgte unterdessen ein großes Polizeiaufgebot für Ruhe.

Dennoch kam es gegen 20.40 Uhr an der Bargstedter Straße zum Versuch eines gewalttätigen Übergriffs von AfD-Gegnern, als ein Vater und sein Sohn die Veranstaltung verlassen hatten und zum Parkplatz bei der Amtsverwaltung gingen. Die Polizei konnte dies verhindern und nahm drei Frauen und einen Mann vorläufig fest. Gegen sie wurden Strafverfahren wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchter Körperverletzung eingeleitet. Nach der polizeilichen Überprüfung wurden alle drei wieder entlassen.

Wegen der Veranstaltung der AfD mit ihrer Bundesvorsitzenden Frauke Petry hatte es bereits im Vorfeld Proteste gegeben. Rund 400 Menschen hatten vor Ort lautstark ihren Unmut bekundet. Nach einer Absage aus Kiel war die Veranstaltung kurzfristig ins Tivoli verlegt worden. Der Wirt hatte daraufhin anonyme Drohungen erhalten, weil er der Versammlung in seinen Räumen zugestimmt hatte. „Ich bin mir über die Tragweite meiner Entscheidung bewusst“, sagte Sven Lohse im Gespräch mit unserer Zeitung. Angst hätte er während der Veranstaltung keine gehabt. Der Abend in der Gaststätte verlief auch ohne Störungen, die Pfiffe von draußen waren nicht zu hören. Nachdem Lohse in seine Wohnung über dem Tivoli gegangen war, beobachtete er jedoch, wie ein Jugendlicher einen roten Farbbeutel gegen die Tür warf. Daraufhin gab es bis zum Morgen dann Objektschutz von der Polizei. Und am Sonnabend seien noch nie so viele Menschen in die Kneipe gekommen. Alle hätten ihre Solidarität bekunden wollen.

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erstellt am 06.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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