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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 07:49 Uhr

Grossflecken : Politik sieht die Verwaltung jetzt am Zug

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ergebnisse der Bürger-Planungswerkstatt sollen in das Innenstadtkonzept einfließen

Neumünster | „Wie soll es weitergehen, Herr Oberbürgermeister?“ – die Frage von Thomas Michaelis (CDU) am Donnerstag im Planungs- und Umweltausschuss zum weiteren Vorgehen bei der Umsetzung des Innenstadtkonzepts überraschte Dr. Olaf Tauras schon. „Ja, entscheiden Sie doch. Wir haben drei Planungen und die Vorschläge der Bürger“, sagte der OB.

Eingangs hatte Anette Quast vom Hamburger Büro Tollerort die Ergebnisse der Bürger-Planungswerkstatt am 5. November vorgestellt. Die Neumünsteraner wollen danach kein Tabula rasa, das die Innenstadt lahmlegt, sondern eine Umgestaltung in mehreren Bauabschnitten. Konsens bei der Werkstatt waren barrierefreie Überwege für die Fußgänger und ein neuer Radwegbelag.

Für Dr. Wolfgang Stein (FDP) ist damit klar, dass „keine komplette Neugestaltung gewünscht ist. Vom Tisch ist, den Großflecken komplett neu zu pflastern.“ Die vorliegenden Architektenentwürfe seien „nicht mehr Stand der Diskussion“, sagte er: „Wir müssen uns durch eine Liste von Einzelmaßnahmen durchackern.“ Der Ausschussvorsitzende Axel Westphal (SPD) regte einen Extrakt aus den Entwürfen und Bürgervorschlägen an.

Ganz einig ist sich die Politik aber nicht. So ist die Pflasterung für Thomas Michaelis „weiter ein Thema“. Helga Bühse (CDU) möchte vor allem wissen, was das kostet. Fast unisono sahen sie und Franka Dannheiser (SPD) jetzt nicht die Politik, sondern die Verwaltung am Zuge, einen Plan zu erstellen. „Sie stellen uns vor eine unlösbare Aufgabe“, sagte OB Tauras. Es gebe die drei Planungen der Architektenbüros und einen – schon älteren – Vorschlag der Verwaltung. „Ein Mischmasch daraus funktioniert nicht. Entweder gibt es A, B oder C und die Anregungen der Bürger“, so Tauras: „Ich würde jetzt unsere pragmatische Idee der Verwaltung nehmen und mit den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt zu einem kostengünstigen Vorschlag verarbeiten.“

Der angesprochene „pragmatische Entwurf“ der Stadtplanung sah schon vor Jahren barrierefreie Querungen und breitere Furten vor sowie eine Erweiterung der Gehwege auf der Teichseite, wie das an der Kieler Brücke inzwischen auch umgesetzt ist. Zu diesem Vorschlag, der jetzt zu neuen Ehren kommen könnte, gehört auch der Austausch des Kleinpflasters eingangs der Lütjenstraße und am Rathaus sowie eine Neupflasterung des Radwegs.

Von den Architektenentwürfen habe keiner vollends überzeugt“, sagte Elke Christina Roeder (SPD). Die Planungswerkstatt habe durchaus gute Vorgaben gemacht, sagte Elke Christina Roeder und nannte die Orientierung zum Wasser, barrierefreie Wege und den Umbau in vielen kleinen Schritten und nicht als Großbaustelle. Roeder: „Die Planungswerkstatt baute keine Luftschlösser.“

Das Thema kommt Anfang 2017 erneut auf die Tagesordnung. Die Verwaltung soll bis dahin eine Aufstellung machen, die die Ergebnisse der Planungswerkstatt mit den Vorgaben des Ratsbeschlusses abgleicht und sie einpflegt.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 08:15 Uhr

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