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Bordesholm : Phosphate im See bleiben ein Problem

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Amt Bordesholm bietet Informationen für die Bürger an.

Bordesholm | So lange wie in diesem Sommer galt noch kein Badeverbot im Bordesholmer See: Zwölf Tage waren es im August, und zwar weil Blaualgen sich ausgebreitet hatten. Zu viele Phosphate im Wasser sind der Hauptgrund dafür, dass der See krank ist. „Unser Ziel ist die Reduzierung des Phosphoreintrags um 500 Kilogramm pro Jahr“, stellte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht vor. Zurzeit gelangen pro Jahr etwa 1100 Kilo der chemischen Substanz ins Gewässer.

Als Hauptverursacher gilt die Gülle. Das Phosphat gelangt von den gedüngten Feldern über Oberflächenwasser in den See. 23 landwirtschaftliche Betriebe haben an der freiwilligen Beratung teilgenommen. 20 Kilogramm Phosphat pro Hektar darf ein Landwirt im sechsjährigen Mittel aufs Feld aufbringen, ergaben die Untersuchungen.

„Es ist auch im Interesse der Landwirte, über eine Reduzierung des Düngeeinsatzes Geld zu sparen“, sagte der Amtsdirektor. Auch Silage- und Düngelager auf den Höfen geben Phosphate ab. Außerdem spielen Erosionen eine Rolle. Da konnte die Umwelttechnikerin des Amtes, Maren Jähne, bereits Erfolge melden: „Durch Zwischensaaten wie etwa Kleegras, das dem Boden überschüssige Nährstoffe entzieht und mit den Wurzeln den Boden festigt, konnten bereits 37 Tonnen Erde auf den Feldern verbleiben. Das entspricht etwa 30 Kilogramm Phosphor.“ Eine zweite große Phosphorquelle sind die Klärwerke. „Nach einer Optimierung der Anlage in Blumenthal konnten die Phosphorwerte um 60 Prozent reduziert werden“, berichtete Heinrich Lembrecht. Eine Optimierung der Anlage in Sören sei zurzeit wegen der Kosten nicht machbar.

„Das aktuellste Thema sind zurzeit Retentionsflächen“, sagte Bordesholms Bürgermeister Helmut Tiede. Vier Hektar Land werden dazu benötigt, damit sich auf gezielt angelegten Überschwemmungsflächen Phosphate absetzen können. Dafür müssten Landwirte Flächen verkaufen. „Wir werden Gespräche führen, ich bin optimistisch“, sagte der Amtsdirektor.

Warum der Bordesholmer See krank ist und welche Maßnahmen die Amtsverwaltung bisher unternommen hat, um den ökologischen Zustand des Gewässers zu verbessern, können Interessierte am Donnerstag, 8. September, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Bordesholm an der Mühlenstraße erfahren.

Auf Einladung der Verwaltung wird Dr. Götz Reimer vom Ingenieurbüro Geries über die Ergebnisse der Beratungen berichten, die seit 2011 landwirtschaftliche Betriebe im Einzugsgebiet des Sees zum Thema Gewässerschutz aufgeklärt haben. Der Experte wird dann nochmals erläutern, was Phosphat ist, wie es in den See gelangt und welche Maßnahmen bisher erfolgreich ergriffen wurden, um den Phosphatgehalt des Sees zu reduzieren. 


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