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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 08:09 Uhr

Einfelder See : Peter Müller baut den Seeschwalben-Nistplatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Flussseeschwalbe soll ab Mai in der Seerosenbucht brüten.

Neumünster | Ein sogenanntes Brutfloß bietet der Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) jetzt auch auf dem Einfelder See einen geeigneten Platz zur Aufzucht ihrer Jungen. Dazu wurde am Sonnabend eine zehn Quadratmeter große, künstliche Sandbank aus vier Holzelementen mit Unterstützung der DLRG in das Schutzgebiet an der Westseite des Sees verbracht. Fest verankert ist die Sandbank, auf der sich die Schwalben ansiedeln und heimisch werden sollen.

Gebaut hat den „schwimmenden Strand“ der Einfelder Peter Müller, der sich seit sechs Jahren als Referent des Ministeriums für Energie, Landwirtschaft, Umweltschutz und ländliche Räume (MELUR) um die Betreuung des Sees im Sinne des Naturschutzes kümmert.

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Nistplatzangebot hatte der 77-Jährige aufgrund eines Zeitungsartikels. „Im vergangenen Jahr wurde ich durch einen Bericht über den erfolgreichen Einsatz eines Brutfloßes auf dem Flemhuder See (Kreis Rendsburg-Eckernförde) auf das Thema der Nistprobleme bei der Flussseeschwalbe aufmerksam. Denn die natürlichen Brutgebiete der Vögel gehen durch die Begradigungen von Gewässern und den Kiesabbau immer weiter verloren. Außerdem werden die Gelege oft von frühjährlichen Überschwemmungen zerstört. Da die Schwalben aber nur einmal brüten, ist der Nachwuchs dann für dieses Jahr verloren. Deshalb sind die Schwalben nicht mehr häufig im Binnenland anzutreffen“, berichtete Peter Müller.

Da es mit der Seerosenbucht einen geeigneten Platz am See gebe, an dem die Tiere in Ruhe brüten könnten und an dem auch das Nahrungsangebot an Insekten und kleinen Fischen stimme, habe er sich um die Baupläne für das Floß bemüht und dieses schließlich auch gebaut.

„Auf dem Floß, das aus vier zusammengesetzten, mit Sand gefüllten Holzpontons besteht, sind für den Nestbau zudem kleine Satteldächer angebracht, die als Schutz für das Gelege dienen. Denn die Vögel fühlen sich bei ihrem Brutgeschäft leicht gestört“, erklärte der Fachmann.

Die Materialkosten in Höhe von 1200 Euro hatte der Nabu-Landesverband übernommen. Kostenfrei erfolgte der Einsatz der beiden für das Ausbringen benötigten DLRG-Boote. „Das ist eine besondere Sache, die wir natürlich gerne unterstützen“, erklärte der Vorsitzende Marcus Schmal (37), der das Brutfloß gemeinsam mit den erfahrenen Bootsführern Timo Kerws (35) und Björn Repenning (29) an ihren Standort brachte.

Peter Müller erwartet im Mai den Erstbezug der Nisthilfe, die sich dann hoffentlich zur ständig besetzten schwimmenden Kinderstube für die Flussseeschwalbe entwickeln wird.

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