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Holsteinischer Courier

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

Trommel-Unterricht : Pestalozzi-Schüler fanden einen gemeinsamen Rhythmus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

24 Kinder trommelten mit Musikschullehrer Olaf Plotz, darunter auch Schüler der Daz-Klasse.

Neumünster | Die Pestalozzischule in Tungendorf stand gestern Vormittag ganz im Zeichen der Musik. 24 Kinder nahmen an einem gemeinsamen Trommel-Workshop teil, darunter acht Schüler aus der Daz-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) und 16 Klassensprecher der Grundschulklassen. Musikschullehrer Olaf Plotz zeigte ihnen, wie man mit einfachen Mitteln unterschiedliche Rhythmen zustande bekommt.

Die Kinder bekamen je ein Schlaginstrument, das sie entweder zwischen die Beine klemmten oder in den Händen hielten. Im Halbkreis sitzend wiederholten die Kinder gemeinsam einfache Sätze und spürten dabei ihrem musikalischen Klang und ihrer Rhythmik nach. Olaf Plotz zeigte ihnen, wie sie die Instrumente anschlagen sollten. „Das bringt unheimlich viel für das Sprachgefühl, die Konzentrationsfähigkeit und für das Selbstvertrauen und den Respekt“, erklärte der Percussion-Fachmann. Er selbst saß manchmal auf einer Schlagkiste, einer sogenannten Cajon, oder ließ die Kalimba, ein Zupfinstrument, klingen. So lernten die Kinder nebenbei auch noch die Vielseitigkeit von Rhythmusinstrumenten kennen.

„Am Anfang war das Trommeln ganz schön schwierig, aber es ging immer besser. Ich mochte am liebsten die Wiederholungen beim Sprechen“, sagte Christin aus der jahrgangsübergreifenden Klasse JÜ 2. Singen, Klatschen und Trommeln machte den Kindern auch nach vier Stunden noch Freude: Sie hörten zu, was Olaf Plotz sagte, und konzentrierten sich auf ihren Einsatz. Mutig warfen die Kinder nach einem Solo oder Duett auch ein kräftiges „Hey“ in den Raum und scheuten sich nicht, laut im Chor zu sprechen.

Die Schulsozialarbeiterin Angela Burmeister hatte die Idee zu dem einmaligen Kursus. „Ich war im Kulturbüro auf der Suche nach einem Angebot, das den Daz-Kindern kulturelle Teilhabe ermöglicht. Da ich gelernte Musikerzieherin bin, sollte Musik dabei sein, denn Musik überwindet Sprachgrenzen“, sagte Angela Burmeister.

Die Stadt fördert den Workshop zu 70 Prozent, den Rest übernimmt der Förderverein der Schule. „Ich wünsche mir für alle Kinder, aber besonders für die ‚Dazis‘, ein Erfolgserlebnis. Sie sollen das Gefühl bekommen: ‚Ich verstehe etwas, auch ohne Deutsch zu können.‘ Außerdem soll die Verbundenheit zur Schule und untereinander gestärkt werden“, sagte Angela Burmeister. Auf dem Pausenhof beobachtete sie, dass die Kinder untereinander kaum Berührungsängste haben. „Die deutschen Kinder holen ihre neuen Schulkameraden zur Pause ab und sie spielen zusammen.“

Zurzeit bekommen 16 Kinder an der Pestalozzischule vier Stunden täglich gemeinsam Deutschunterricht. Sie kommen zum Beispiel aus Rumänien, Syrien oder Bulgarien. Die Schule ist seit einem halben Jahr Daz-Zentrum, erst vor einer Woche ist ein Kind neu dazu gekommen.

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