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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Sternwarte Neumünster : Perseiden über SH: Im August regnet es besonders viele Sternschnuppen

vom
Aus der Onlineredaktion

Wo und wann ist das Himmelsschauspiel am besten zu sehen? Eine Übersicht.

Neumünster | Der August ist der Monat der Sternschnuppen, und in den nächsten Tagen wird es davon besonders viele zu sehen geben. Darauf weist die Sternwarte Neumünster in einer Pressemitteilung hin. Vom 9. bis 13. August regne der Meteorstrom der Perseiden besonders stark auf die Erde nieder - und beschert dem Beobachter wieder zahlreiche Gelegenheiten, sich etwas zu wünschen.

„Rein wissenschaftlich betrachtet durchläuft die Erde in dieser Zeit einen alten Kometenschweif und trifft dort auf unzählige Staubpartikel, die der Komet abgesondert hat“, so Marco Ludwig, der Leiter der VHS-Sternwarte. Im Falle der Perseiden, die im Volksmund auch „Tränen des Laurentius“ genannt werden, sind diese sandkorngroßen Staubteilchen relativ zur Erde bis zu 60 Kilometer pro Sekunde schnell (über 200.000 Stundenkilometer). Wenn sie dann in etwa 100 Kilometern Höhe auf die Erdatmosphäre treffen, verglühen sie innerhalb von Sekundenbruchteilen. Beobachter sehen dann eine helle Leuchtspur am Himmel.

Ein heller Meteor - eine sogenannte Feuerkugel - über dem Himmel von Neumünster.
Ein heller Meteor - eine sogenannte Feuerkugel - über dem Himmel von Neumünster. Foto: Marco Ludwig

Insgesamt seien die Perseiden sogar von Mitte Juli bis Ende August sichtbar. Das Maximum erwartet der Schleswig-Holsteinische Astrophysiker Dr. Erik Wischnewski für die Nacht vom 11. auf den 12. August. Zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Gerade in diesem Jahr erwarten die Forscher aufgrund von Bahneinflüssen des Planeten Jupiter noch mehr helle Meteore als in den Vorjahren.

So entstehen Sternschnuppen und Meteorströme

Leuchterscheinungen am Himmel werden Meteor oder Sternschnuppe genannt. Das Licht der Sternschnuppen stammt nicht von den verglühenden kosmischen Geschossen selbst, sondern von den Luftmolekülen der Erdatmosphäre: Die schnellen Teilchen aus dem All übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden. Besonders helle Objekte werden als Boliden bezeichnet.

Meteorströme treten jeden Jahr auf. Am bekanntesten sind die Quadrantiden im Januar, die Perseiden im Juli und August, die Leoniden im November und die Geminiden im Dezember. Meteorströme entstehen, wenn die Erde in die Flugbahn eines Kometen kommt.

 

Die Beobachtungsbedingungen in den Städten sind jedoch nicht ideal - auch darauf weist Marco Ludwig hin. Auch in klaren Sommernächten stört die Beleuchtung der Straßen und Gebäude enorm. Bessere Bedingungen für „die große Wunschoffensive“ gebe es auf dem Lande bei erheblich dunklerem Himmel.

Die meisten Sternschnuppen tauchen in nordöstlicher Richtung auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, weshalb sie Perseiden genannt werden.

Der alte Komet Swift-Tuttle, dessen Schweif für die zahlreichen Meteore verantwortlich ist, wird dabei jedoch nicht zu sehen sein, heißt es in der Pressemitteilung. Trotzdem besteht die Möglichkeit, auch ein paar sehr helle Sternschnuppen, sogenannte Feuerkugeln, zu sehen. Dabei handelt es sich um Gesteinsbrocken, die mehrere Zentimeter groß werden können und besonders hell aufleuchten. Gefährlich soll es jedoch nicht werden. Die kleinen Perseiden verglühen in der Regel restlos und geben dabei einfach nur ein schönes Himmelsschauspiel ab.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 18:25 Uhr

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