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Holsteinischer Courier

26. April 2017 | 13:57 Uhr

Ostern : Oster-Wochenmarkt damals und heute

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eier, Spargel und Frühlingsblumen sind bei den Kunden weit vorn / Viele Traditionen werden immer noch gelebt

Neumünster | Grauer Himmel und Regenschauer: Wirklich österlich war das Wetter am Gründonnerstag auf dem Wochenmarkt nicht. Aber mit fröhlichen Sprüchen sorgten Händler und Kunden auf dem Kleinflecken gleichermaßen für gute Stimmung und Vorfreude auf das Fest. Und vergleicht man die Bilder von einst und heute, hat sich kaum etwas verändert – Blumen, Eier und Spargel gehörten und gehören zu Ostern einfach dazu. Der Courier hörte sich auf dem Wochenmarkt um.

„Wenn das Wetter gut ist, gehen wir zum Osterfeuer. Früher, als unsere Tochter klein war, haben wir Eier ausgepustet und angemalt, und mein Mann Edgar hat auf ukrainische Art Eier mit Wachs und Farben mit dem Gänsekiel verziert. Das machen wir jetzt aber nicht mehr“, erzählte Sigrid Mielenz (63) aus Faldera, die bei Kartoffelbauer Rainer Koopmann bunte Eier kaufte. Sie trug eine frühlingsgrüne Jacke und ein helles Tuch: „Farben müssen bei diesem Wetter sein, um gute Laune zu haben.“

Kartoffelbauer Koopmann war überrascht von der Nachfrage an diesem Vormittag. „Bunte Eier sind erstaunlich gefragt, und der Spargel war um 10 Uhr schon alle“, zog er gegen Mittag Bilanz. Bei ihm zu Hause in Aukrug kommt bevorzugt Spargel mit Lachs als Ostermahl auf den Tisch – im Kreise der ganzen Familie: „Da sind wir gut 15 Leute.“

Zum Osterfeuer wollen Christine Babendererde (46) aus der Innenstadt – mit Mann Ortwin und den Töchtern Friederike (8) und Elisabeth (7): „Gemeinsam das Fest mit anderen am Osterfeuer zu feiern, das gibt inneren Halt.“ Außerdem werden mit den Kindern auch Ostereier im Garten gesucht. „Am Sonnabend gibt es außerdem Spargel – für meinen Mann und mich wohl mit Schinken, aber meine Töchter wollen kein Fleisch essen.“

„Spargel satt“ kommt bei Sonja Friedrich (47) aus Einfeld auf den Tisch, den sie bei Annett Diesing von Fruchtecken-Petersen pfundweise kaufte: „Meine Tochter Liv Grete hat sich das zu ihrem 16. Geburtstag gewünscht. Dazu gibt es eine selbst gemachte Sauce Hollandaise und Schinken. Und die Schale ist gut für eine Suppe.“ Außerdem gibt es gekochte Eier zum Frühstück. Haus und Garten sind dekoriert, es werden Eier im Garten gesucht, bei Freunden wird ein Osterfeuer entfacht. Und die Familie – Ehemann Dieter und die weiteren Kinder Fynn Morten (10) und Björn-Henrik (21) – geht in den Gottesdienst in die Neuapostolische Kirche: „Wir feiern, dass Herr Jesus auferstanden ist, also Ostern im ursprünglichen Sinn. Es gibt keine Geschenke.“

Narzissen als österlichen Schmuck kauften Wiebke Baran (61) aus Husberg und Brigitte Knop (60) aus der Böcklersiedlung bei Norbert Micheels. Für beide Frauen ist Ostern Zeit für die Familie. Brigitte Knop hat das Wohnzimmer auch bereits dekoriert. „Außerdem gehe ich vermutlich zum Osterfeuer auf dem Kantplatz“, erzählte sie.

In Neumünsters Familien hat sich also vieles seit den 1950er-Jahren nicht geändert. Sogar der Wochenmarkt ist wieder auf dem Kleinflecken (heute allerdings auf dem Großflecken).

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erstellt am 15.Apr.2017 | 08:30 Uhr

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