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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 02:54 Uhr

SVT-Zeltlager : Olympischer Geist am Stocksee

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

149 Kinder aus Neumünster und Umgebung sind noch bis zum 19. August auf Ferienfreizeit im Zeltlager des Sportvereins Tungendorf.

Neumünster | Ein bisschen weht der olympische Gedanke auch durch das Zeltlager des SV Tungendorf am Stocksee. Die 149 Kinder wetteifern als „Nationalteams“ von Kenia bis zu den Vereinigten Staaten in Spaßwettkämpfen wie Handtuch-Golf um Medaillen. Es gibt eine tägliche Flaggenparade. Gestern wurde Jamaikas Fahne eingeholt und die der USA gehisst. Dazu gab es die Hymne vom Band. Die olympischen Ringe und die Fahne Brasiliens flattern dauerhaft am zweiten Fahnenmast.

„Sport wird bei uns groß geschrieben, wir sind schließlich ein Sportverein“, sagt Cornel Korten, der mit Sonja Stoffers und Mario Schlüter das Leitertrio bildet. Da es am Vorabend mit einer Disko länger ging, durften die Kinder im Alter zwischen 6 und 16 Jahren gestern ausschlafen. Das 26-köpfige Betreuerteam (inklusive Rettungsschwimmer und Sani) versah den Küchendienst. Es gab „langes Frühstück am Büfett“.

Und dabei wurde auch ein Ständchen für gleich drei Geburtstagskinder gegeben. Marieke Leßmann wurde gestern 12 Jahre alt. Die doppelten Merles sind nicht nur beide gleich alt. „Wir kennen uns von klein auf“, sagt Merle Arndt (15) aus Großharrie und zwinkert Merle Wiegratz (15) aus Neumünster zu. Bei der Fahnenparade durften sie vor der versammelten Kinder- und Betreuerschar für jedes Lebensjahr auf einen Stuhl und wieder herunterspringen – ein altes Zeltlagerritual am Stocksee. Der ist zwar – passend zum recht spröden Sommer – mit 18 Grad relativ kühl. Aber das tut dem Badespaß keinen Abbruch. Täglich geht es zum Baden oder mit den Paddelbooten auf den See.

Die Jugend der Welt – sie ist nicht nur bei den Spielen in Rio de Janeiro versammelt. Denn recht international geht es auch am Stocksee zu. Die weiteste Anreise haben zwei US-Boys mit deutschen Wurzeln: Simon McAllister (16) und Alex Voermanek (12) kommen aus San Francisco. „Wir sind Halbbrüder, Simons Vater ist aus den USA, unsere Mutter kommt aus Neumünster. Wir leben aber in den USA“, sagt Alex.

Fast genauso perfekt wie die beiden spricht inzwischen Maisam Deutsch. Der 16-Jährige kam vor elf Monaten allein als Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland und lernte in kürzester Zeit die neue fremde Sprache. „Ich bin zum ersten Mal in einem Zeltlager und habe viele neue Freunde gefunden“, sagt er und schwärmt: „Sport, Disko und Baden – alles ist prima.“

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erstellt am 11.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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