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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 20:26 Uhr

Gönnebek : Nur hier gibt es die Christrose als Schnittblume

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

150 000 Stängel der Weihnachtspflanze werden pro Saison gezüchtet. Im Dezember ist Hochsaison.

Gönnebek | Etwa die Hälfte der in Schleswig-Holstein angebotenen Weihnachtssterne kommt aus dem Kreis Segeberg und ein Großteil davon ist in der Gönnebeker Gärtnerei Edert herangewachsen. Das berichtete
gestern Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller bei einem Besuch in Gönnebek.

Bei den Gärtnern läuft das Geschäft vor Weihnachten noch einmal so richtig auf Hochtouren. „Die Saison für farbenfrohe Weihnachtssterne ist kurz“, weiß Claus Heller. „Nicht anders ist es um die Christrosen bestellt“, erklärten Michaele und Wilhelm Edert, die seit Jahrzehnten Christrosen als Topf- und sogar Schnittware heranziehen.

„Fünf Christrosen-Stängel je Bund, da muss man gar nicht zählen. Das fühlt man“, erklärte Werner Edert, der im Alter von 84 Jahren immer noch im Betrieb mitarbeitet und die Freude an der Gärtnerei nie verloren hat.

Der Senior baute nach dem Umzug der Gärtnerei Edert von Schönberg bei Kiel nach Gönnebek in der Gärtnersiedlung die ersten Christrosen unter den Gönnebeker Glasdächern an. Heute ist der Betrieb die einzige schleswig-holsteinische Gärtnerei, in der die Christrosen auch als Schnittblumen gezogen werden. „Nur eine Handvoll Betriebe gibt es in ganz Deutschland“, meinte Wilhelm Edert beim Rundgang durch den Betrieb, 15 Mitarbeiter kümmern sich hier um das Wohl der Pflanzen, die Zucht und den Verkauf.

Eines der Zugpferde ist der Kältekünstler Helleborus, sprich die Christrose, die ihre Heimat eigentlich im Alpenraum hat. Anders als die wärmeliebenden Weihnachtssterne, die einst Alexander von Humboldt aus Lateinamerika nach Europa mitbrachte, blüht die Christrose mitten im Winter im Vorgarten und erfreut den Betrachter mit ihren leuchtenden weißen Blüten.

Von den rund 781 000 Weihnachtssternen, die in Schleswig-Holstein heranwachsen, werden etwa 12 000 in der Gärtnerei Edert gezogen. „Logistisch ist das eine durchaus spannende Herausforderung“, erklärte Wilhelm Edert beim Besuch. Mitte Juni liefern die Großhändler die in Kenia oder Äthiopien kultivierten Jungpflanzen. Danach setzt ein regionaler Kreislauf von der Aufzucht bis zur Auslieferung zu regionalen Kunden ein.

Anders ist es bei den Christrosen. Die werden direkt unter den Glasdächern in Gönnebek gezogen. Neben dem Versand der winterharten Topfpflanzen müssen in der kurzen Saison rund 150 000 Stiele gepflückt, sortiert und dann noch versendet werden.

Danach kehrt ein wenig Ruhe in den Zuchtbeeten ein. Auf den Hochbeetanlagen, auf denen die Weihnachtssterne heranwuchsen, bekommen dann aber schon bald wieder die Frühlingsblüher wie Primeln und Hornveilchen ihren Platz.  




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