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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 09:00 Uhr

Messe : „Nordbau holt die Branche aus dem Sommerloch“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auftragslage in der Bauwirtschaft ist ausgezeichnet. Ministerpräsident Torsten Albig: „Flüchtlingen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben“

Neumünster | Mit dem schon traditionellen Schlussstein in eine Mauer hat Ministerpräsident Torsten Albig gestern in Neumünsters Holstenhallen die 61. Nordbau eröffnet. Bis Sonntag, 11. September, werden wieder mehr als 60  000 Besucher zu Nordeuropas größter Baufachmesse erwartet. 848 Aussteller aus 15 Nationen stellen auf der Leistungsschau ihre Neuheiten vor. Die Messe ist seit Langem ausgebucht.

Albig würdigte zum Messeauftakt die Bedeutung der Baubranche für Wachstum und Arbeitsplätze. „Privat und staatlich wird gebaut wie lange nicht, und die Auftragslage ist hervorragend. Der gesamten Branche geht es derzeit ausgesprochen gut“, so Albig. Das Land unterstütze den sozialen Wohnungsbau mit Förderprogrammen. Albig: „Hier ist der Bedarf groß – und das nicht erst, seit Flüchtlinge eine Bleibe suchen.“ Nur mit bezahlbarem Wohnraum werde die Integration inmitten der Quartiere gelingen und der soziale Frieden gewahrt, sagte der Regierungschef.

Zugleich appellierte Albig an die Unternehmen, die vielen jungen Flüchtlinge als Chance zu sehen. „Wenn wir über Werte reden und zeigen wollen, wie Deutschland funktioniert, dann geht das am besten bei der Ausbildung in einem Unternehmen“, sagte Albig. Das Bauhandwerk brauche gute Leute.

Die Stimmung auf der Messe und die Erwartungen der Aussteller sind optimistisch wie selten. „Es geht der Baubranche sehr gut“, sagte Stephan Bäumler vom Baumaschinenhändler Zeppelin aus Garching bei München. „Wenn es unseren Kunden gut geht, ist das auch gut für uns. Dann werden mehr Baumaschinen gekauft oder gemietet“, sagte Bäumler: „Für uns ist die Messe die Initialzündung für den heißen Herbst. Die Nordbau holt die Branche aus dem Sommerloch.“

Ähnlich erwartungsfroh äußerte sich Klaus Bußmann, Verkaufsleiter beim Klinker-Hersteller Hagemeister aus dem westfälischen Nottuln. „Im Moment sind wir sehr zufrieden mit der Baukonjunktur. Baugeld ist günstig. Wer jetzt nicht baut, der macht was falsch. Das ist auch die Stimmung hier auf der Messe“, sagte Bußmann. Die Kehrseite der Medaille: Es gibt aufgrund der enormen Nachfrage derzeit nicht genug Kapazitäten bei den verarbeitenden Baufirmen.

Ziegel und Klinker sind in diesem Jahr ein Messeschwerpunkt und Thema einer Sonderschau. Die Nordbau ist hier schon länger größte Plattform in Deutschland für Hersteller, Handel, Architekten, Bauträger und Baufirmen. Ein weiterer Anlaufpunkt ist der Treff für Bauleiter und Poliere, den die Nordbau gemeinsam mit der Unfallkasse Nord und der Bauberufsgenossenschaft anbietet. Das Forum zum Thema Arbeitssicherheit solle eine ständige Einrichtung werden, sagte Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen. Heute beim Schülertag „Nordjob-Bau“ steht die Messe ganz im Zeichen der Nachwuchswerbung. Mehr als 1000 Schüler aus dem gesamten Norden haben sich angemeldet. Eine Premiere ist das Training der deutschen Handwerks-Nationalmannschaft, die sich auf der Nordbau auf die Europameisterschaften in Göteborg vorbereitet.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 07:30 Uhr

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