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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Noch viele schwere Schritte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auch wenn der Umbruch noch lange nicht abgeschlossen ist, die erste Bilanz nach einem halben Jahr Holsten-Galerie fällt doch erstaunlich positiv aus. Von den Unkenrufen, dass der neue Einkaufstempel zwischen Bahnhof und Gänsemarkt den Tod des Großfleckens bedeutet, ist nicht mehr viel zu hören. Zwar hat die Galerie auf dem Großflecken einige Lücken gerissen, die schließen sich aber zum Erstaunen auch vieler Insider schneller als erwartet. Wohl auch begünstigt durch die überraschende Wiederbelebung von Karstadt. Aber auch, weil die Holsten-Galerie tatsächlich mehr Kundschaft nach Neumünster zieht.

Also alles gut? – Keineswegs.

Stadt, Handel und Planer tun gut daran, die Entwicklung weiter aufmerksam zu verfolgen, und nicht dem Fehler zu verfallen, den weiteren Lauf der Dinge jetzt einfach sich selbst oder „dem Markt“ zu überlassen. Um die zarte Symbiose von Innenstadthandel und Galerie zu festigen, sind noch viele schwere Schritte notwendig: Der Großflecken muss attraktiver werden, aber die dazu notwendigen Baustellen dürfen den Handel nicht ersticken. Der Kleinflecken ist hübsch gestaltet, aber für den Einzelhandel mehr denn je eine tote Ecke, mit gefährlichen Auswirkungen für die Lütjenstraße. Wo bleibt das Leerstandsmanagement, das solche brandgefährlichen Entwicklungen rechtzeitig aufdeckt und gegensteuert? Und, ja, auch die Vermieter sind gefragt: Sie müssen von Mondpreisen runter, die in der Innenstadt für Läden nicht mehr tragbar sind. Der Handel hat sich gewandelt, aber das liegt am Internet – nicht an der Galerie.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 12:59 Uhr

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