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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 02:56 Uhr

Vogelpest : Noch keine Verdachtsfälle in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auch für Rassegeflügelzüchter in der Stadt gelten ab morgen strengere Sicherheitsvorschriften

Neumünster | Die tote Möwe im Teich nahe der Bastion an der Kieler Brücke ist kein schöner Anblick. An der hochansteckenden Geflügelpest durch den Virus H5N8 ist das Tier aber nicht gestorben. „Wir haben aktuell keinen Verdachtsfall in Neumünster“, bestätigt Stadtsprecher Stephan Beitz.

Er rät den Bürgern, bei Funden von toten Vögeln die Feuerwehr anzurufen. Einzelfunde von Möwen oder auch verendeten Tauben sorgen Amtstierärztin Dr. Bettina Kohnen-Gaupp von der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht der Stadt nicht. „Es geht vordringlich um gehäufte Funde von Wasservögeln. Die würden wir einzeln einsammeln lassen“, sagt sie. Wer sich nicht sicher sei, könne beim Bürgertelefon des Landes unter 04 31/1 60 66 66 oder auch bei der Veterinäraufsicht unter Tel. 9 42 25 59 anrufen. Einzelfunde von unverdächtigen Vögeln, etwa eine überfahrene Taube, könnten auch selbst in der Mülltonne entsorgt werden.

Die Verfügung des Landes, die ab morgen auch Geflügelhalter mit weniger als 1000 Tieren zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet, gelte auch in Neumünster, sagt die Veterinärin. Danach müssen auch Hobbbyzüchter Schutzkleidung in den Ställen tragen. Es werden Wannen oder Matten zur Desinfektion vorgeschrieben. „Es soll verhindert werden, dass Vogelkot in den Bestand hineingetragen wird“, sagt Bettina Kohnen-Gaupp.

„Solche Desinfektionswannen sind nicht das Problem“, sagt Willi Sinterhauf, der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Konkordia von 1897. Im Stall seien die Hühner schon länger. „Wer seine Tiere jetzt noch draußen laufen lässt, handelt grob fahrlässig“, so Sinterhauf.

Schwieriger umzusetzen sei für Kleintierhalter aber die Pflicht zum Tragen von Schutzbekleidung. „Wir haben kleine Ställe. Es gibt dort meistens keinen Vorraum wie in Großbetrieben“, sagt Sinterhauf: „Ich persönlich schütze meine Hühner, indem ich keine anderen Personen auf den Hof lasse.“ Dem kann Holger von Ahrentschildt, der Vorsitzende des RGZV Einfeld, nur zustimmen. „Mein Telefon steht nicht still, die Vereinsmitglieder sind verunsichert“, sagt er und nennt das Problem: „Wie lange dauert das? Die Tiere halten das auf lange Sicht nicht aus.“ 

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erstellt am 16.Nov.2016 | 08:15 Uhr

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