zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

Gründung vor 150 Jahren : Neumünsters größter Verein feiert Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Allgemeine Sterbekasse von 1866 hat gut 11 000 Mitglieder

Neumünster | Es gibt sie seit 150 Jahren, und mit gut 11000 Mitgliedern dürfte die Allgemeine Sterbekasse auch Neumünsters größter Verein sein. „Wir sind ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, das ist schon eine besondere Rechtsform“, sagt Sabine Bernhardt.

Die gelernte Bankkauffrau ist ehrenamtlicher Vorstand und als Geschäftsführerin eine von drei Teilzeitkräften der Sterbekasse. Der geringe Verwaltungsaufwand unterscheidet die Sterbekasse von großen Versicherungen. Bernhardt nennt einen weiteren Vorteil: „Wir sind steuerbefreit und können unsere Bilanzen selbst erstellen. Was wir erwirtschaften, bleibt im Verein und kommt den Mitgliedern zu Gute.“

Die Sterbekasse ist eine Mischung aus Kapital- und Risikoversicherung. „Auch wer nur kurz versichert ist, erhält nach einer Wartezeit von einem Jahr die Versicherungsleistung“, erläutert Sabine Bernhardt. Sie wird nur im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Bernhardt: „ Das ist Vorsorge für die eigene Beerdigung.“ Das Sterbegeld ist garantiert, dazu kommt noch ein Gewinnzuschlag aus den angelegten Beiträgen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist die Situation – wie für alle Versicherungen und Stiftungen – schwierig. „Wir sind mit Sicherheit aber immer noch besser als ein Sparbuch“, sagt Bernhardt.

Entstanden ist die Allgemeine Sterbekasse aus den Gilden heraus, deren Mitglieder bei Brand und Tod füreinander einstanden. „Aus der Nachbarschaftshilfe entstand die Sterbekasse als Versicherungsverein“, sagt Bernhardt. Erst ab 1902 wurden Beiträge erhoben. Zuvor wurde im Umlageverfahren Geld eingesammelt, wenn ein Mitglied starb.

1936 ließ die Sterbekasse das Gebäude an der Marienstraße 5a bauen. Sie hat seitdem dort ihren Sitz, die Mieteinnahmen der fünf Wohnungen fließen in den Kapitalstock. 2012 schloss sich die Allgemeine Sterbekasse mit der Padenstedter Sterbekasse von 1843 zusammen. Letztere war 1866 quasi der Ursprung für die Gründung. Mitglieder aus Neumünster waren die Reise nach Padenstedt leid und gründeten ihre eigene Kasse. Eine Tradition hat sich auch im modernen Computerzeitalter gehalten. Die Mitgliedsbücher werden zusätzlich noch per Hand geführt und in einem alten Stahlschrank verwahrt.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Sep.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen