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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 23:27 Uhr

Fotowettbewerb : Neumünsteraner suchen ihr Gegenstück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei einem Fotowettbewerb sollen die Gesichter von Einheimischen und Geflüchteten zu einer Collage verschmelzen. Für die Aktion werden Teilnehmer gesucht.

Neumünster | Die Anweisungen für Dr. Olaf Tauras kamen gestern im Sekundentakt: „Gerade sitzen!“, „Bitte einmal in die Kamera schauen“, „Den Kopf noch ein kleines bisschen drehen“. Geduldig befolgte der Oberbürgermeister im Foyer des Rathauses die freundlichen Befehle, die ihm die Mitglieder der Fotogruppe Lichtküche aus Tungendorf zuriefen. Tauras war am Nachmittag einer der ersten Neumünsteraner, die sich für die Aktion „Wenn aus Fremden Freunde werden – Mein Zuhause Neumünster“ zur Verfügung stellten.

In dem Fotoprojekt sollen Fotomontagen aus den Gesichtern von Geflüchteten und Neumünsteranern entstehen – mit dem Ziel, dass zwei sich ähnelnde Gesichter miteinander verschmelzen. Die Aktion basiert auf der Idee der Solinger Studentin Ilayda Sayilgan, die die entstandenen Porträts in ihrer Heimatstadt und in Düsseldorf als Plakatserie umgesetzt hat. Aufgegriffen wurde das Projekt später auch von Neumünsters Partnerstadt Parchim.

Mit der Aktion soll nun auch in Neumünster den alteingesessenen Einwohnern und den neu zugezogenen Geflüchteten die Möglichkeit gegeben werden, ihre „Zweite Hälfte“ in ihrem Zuhause zu finden. „Auf diese Weise wird deutlich, dass wir gar nicht so verschieden und uns doch ähnlicher sind, als wir im ersten Moment glauben“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Auch Dr. Olaf Tauras hofft, dass sich möglichst viele Neumünsteraner und Geflüchtete an dem Projekt beteiligen. Er selbst hat sein passendes Gegenstück bereits gefunden. Der 38-jährige Nizar Almakkawi ist vor einem Jahr aus Syrien nach Neumünster gekommen und ließ sich gestern mit dem Oberbürgermeister gemeinsam fotografieren.

Die nächsten kostenlosen Fotoaufnahmen finden am kommenden Freitag, 30. September, von 11 bis 13 Uhr im Foyer des Rathauses statt. Je nach Resonanz sind noch zwei weitere Fototermine geplant. „Wenn wir genug Bilder zusammen haben, werden die Fotos sortiert. Dann wird geschaut, wer zueinander passt“, erklärte Manja Yalcin von der „Koordinierungsstelle für die integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen“ bei der Stadt. Die Porträts sollen dann im Rahmen einer speziellen Veranstaltung gelüftet werden. Zudem soll später auch eine Ausstellung der Fotos im Rathaus zu sehen sein. „Wir hoffen natürlich, dass die Beteiligten über die Aktion miteinander ins Gespräch kommen und sich im besten Fall sogar Bekanntschaften oder Freundschaften daraus entwickeln“, sagte Manja Yalcin.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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