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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 23:26 Uhr

Bevölkerung : Neumünster wächst rasant

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bevölkerungszahl wuchs in den vergangenen 18 Monaten um 3 Prozent und kratzt jetzt schon an der Marke von 82.000

Neumünster | Über Jahre kannte die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt nur eine Richtung: nach unten. Aber der Schrumpfungsprozess ist gestoppt. Es geht sogar rasant bergauf, denn Neumünster hat prozentual das größte Wachstum aller Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein.

Nach Angaben des Statistikamtes Nord legte die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr um 1609 zu und betrug zum Jahreswechsel 79  197. Das ist eine Steigerung um etwas mehr als 2 Prozent. Noch besser sieht die Bilanz aus, wenn man die Zahlen des Melderegisters der Stadt als Maßstab nimmt. Danach hatte Neumünster schon am 31. Dezember 2014 79  603 Einwohner. Ende 2015 waren es dann 81  376 und zum 30. Juni 2016 bereits 81  962. Das ist binnen 18 Monaten ein Plus von 3 Prozent.

„Wie es zu diesen Unterschieden zwischen Melderegister und offizieller Bevölkerungsstatistik kommt, kann auch das Statistikamt Nord nicht beantworten“, sagt Harald Heilmann vom Fachdienst Haushalt und Finanzen der Stadt. Die Differenz zwischen beiden Werten werde von Jahr zu Jahr größer. Heilmann: „Neumünster wächst rasant. Und das liegt nicht nur an den Flüchtlingen.“ Die Bewohner in der Erstaufnahmeeinrichtung am Haart werden bei der Bevölkerungszahl mitgezählt.

Allerdings gibt es auch hier einige Unschärfen. Während die Stadt zum Jahreswechsel 2015/16 von 2300 Menschen in der Erstaufnahme ausging, waren es laut Ulf Döhring, dem Leiter der Einrichtung, tatsächlich nur gut 1500. Im Jahr davor waren es 686. Aktuell sind es am Haart rund 500 Menschen. „Die Asylsuchenden werden vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten bei der Stadt angemeldet, wenn sie hier aufgenommen werden“, so Döhring. Wenn die Asylbewerber auf andere Städte und Kreise verteilt werden, müssen sie sich dort anmelden. Das wüssten viele möglicherweise nicht, und das könne auch dauern, so Döhring. Entscheidend für das Einwohner-Plus sind also nicht in erster Linie die Flüchtlinge. Und da mehr Menschen sterben, als geboren werden, gibt es nur eine Erklärung: Es gibt deutlich mehr Zuzüge als Wegzüge.

Für Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, der gestern nach langer Krankheit wieder seinen ersten Arbeitstag im Rathaus hatte, ist das ein Zeichen für den Imagewandel „vom hässlichen Entlein zum Schwan, der ja auch im Wappen steht“. Wichtig dabei seien nicht nur die neu geschaffenen Arbeitsplätze, sondern auch große und spektakuläre Projekte wie das DOC oder die Holsten-Galerie. Tauras: „Es ist sexy geworden, nach Neumünster zu ziehen.“ 

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erstellt am 26.Aug.2016 | 08:30 Uhr

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