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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Ratsversammlung : Neumünster braucht mehr günstige Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Wohnraum für Einheimische und Flüchtlinge ist knapp.

Neumünster | Eine Anfrage des Ratsherrn Jonny Griese (Linke) zur Unterbringung der künftigen Flüchtlinge machten Griese und der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Andresen gestern in der Ratsversammlung zu einem deutlichen Appell an die Stadtverwaltung. „Die Stadt muss endlich guten und bezahlbaren Wohnraum schaffen“, meinte Griese.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte Griese zuvor einen umfangreichen Fragenkatalog beantwortet. Demnach beziehen derzeit 447 anerkannte Flüchtlinge Leistungen des Jobcenters. 77 Asylbewerber bekommen andere Leistungen. Sie wohnen in fast allen Stadtteilen, hauptsächlich aber in der Innenstadt (48 von 77 Menschen). Für die neuen Flüchtlinge, die ab 2017 dauerhaft aufgenommen werden müssen, sucht die Wohnungsbau GmbH jetzt Wohnungen. Das „Zentrum für Flüchtlinge“ in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne kann wegen fehlender Zusagen vom Land wohl erst Mitte 2017 bezogen werden, so Tauras.

Jonny Griese sagte, schon jetzt fehle günstiger Wohnraum. „Viele Hartz-IV-Bezieher sind auf der Suche, weil sie etwas Billigeres brauchen. Das gibt es aber kaum in vernünftigem Zustand. Und ab 2017 brauchen wir zusätzlich über 700 Wohnungen für Flüchtlinge. Dass die jetzt die Wobau suchen soll, ist für mich kein Konzept“, meinte Griese. Volker Andresen pflichtete ihm bei. „Es gibt vielleicht einen Leerstand von 700 Wohnungen in Neumünster – aber sind die auch alle bewohnbar? Ich habe da meine Zweifel“, sagte Andresen. Die Stadt brauche dringend ein Wohnraumkonzept und müssen den Sozialen Wohnungsbau wiederbeleben. OB Tauras antwortete ihm kurz: „Das versuchen wir seit vielen Jahren. Es ist aber offensichtlich für Investoren derzeit nicht attraktiv, hier wieder einzusteigen.“

Zu Beginn der Sitzung hatte Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger kühl mitgeteilt, dass die CDU-Fraktion den Ratsherrn Refik Mor ausgeschlossen habe und das Bündnis für Bürger (BFB) den Ratsherrn Peter Cleve (der Courier berichtete). Der Ältestenrat hat beiden einen neuen Sitzplatz zugeteilt. Sie sitzen jetzt mit Mark Proch (NPD) ganz rechts außen.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 08:15 Uhr

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