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Holsteinischer Courier

29. September 2016 | 01:55 Uhr

Köder mit Rasierklingen : Neumünster: Angst vor einem Hundehasser

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor wenigen Tagen tauchte am Jugendspielplatz Futter auf, in dem Rasierklingen steckten. Die Polizei ermittelt.

Neumünster | Die Hundehalter in Neumünster sind besorgt. Erst am Wochenende wurde in der Innenstadt Hundefutter gefunden, das mit einer Rasierklinge präpariert war. Die Polizei bestätigte den einen Fall. Die Tierauffangstelle und Hundehalter berichten im Internet jedoch von weiteren Funden.

„Am Sonntag, 15. März, hat eine Hundehalterin gegen 12.20 Uhr auf dem Jugendspielplatz an der Carlstraße ein Leckerli mit Teilen von einer Rasierklinge entdeckt“, bestätigte gestern Polizeisprecher Rainer Wetzel auf Nachfrage. Die Frau brachte das Fundstück sofort zu den Beamten des 2. Polizeireviers. Dort wurde es sichergestellt und untersucht. Eine heiße Spur zu einem Hundehasser gibt es noch nicht.

Die Tierauffangstelle warnt auf ihrer Facebook-Seite ebenfalls vor Anschlägen auf Hunde.

Demnach sollen im Falderapark, in der Böcklersiedlung, in Rencks Park, auf der Klosterinsel, im Stadtwald, im Vicelinviertel, am Jugendspielplatz sowie am Einfelder See mit Rattengift oder Blaukorn gemischte Fleischstückchen aufgetaucht sein. Von Ködern, die mit Rasierklingen gespickte wurden, ist auf der Seite der Tierauffangstelle auch die Rede.

Die Polizei konnte gestern keine weiteren Fälle bestätigen. „Kollegen haben nach dem Fund am Jugendspielplatz nach weiteren Anhaltspunkten gesucht. Es gab aber keine weiteren gesicherten Fälle“, so Polizeisprecher Rainer Wetzel. Die Ermittler wandten sich auch an Tierärzte in der Stadt. Doch auch die Veterinäre wussten von keinen weiteren Auffälligkeiten zu berichten. Tiere mit verdächtigen Verletzungen oder Vergiftungserscheinungen waren in den Praxen nicht aufgetaucht.

Die Tierauffangstelle rät den Hundehaltern – immerhin gibt es 4100 angemeldete Hunde in der Stadt – dennoch zur Vorsicht. „Wir raten zur besonderen Achtsamkeit beim Spaziergang mit den Vierbeinern. Auch Halter von Katzen mit Auslauf sollten die Vorfälle im Hinterkopf behalten, falls das Tier mit schlechtem Gesundheitszustand und Vergiftungserscheinungen heimkehrt“, heißt es. Die Mitarbeiter der Tierauffangstelle sind zurzeit auch ganz besonders aufmerksam, wenn sie mit den Hunden Gassi gehen. „Wir haben unsere Tiere ohnehin immer an der Leine“, sagt Mitarbeiterin Kristina Simon. Doch sie weiß auch: „Eine Garantie ist das nicht. Das geht so schnell. Zuerst schnüffelt der Hund, und schon hat er was geschnappt.“ Einige Hundehalter, mit denen sie sprach, denken deshalb bereits darüber nach, ihren Tieren beim Gassigehen einen Maulkorb anzulegen.

Polizei und Tierauffangstelle bitten alle, die verdächtige Köder finden, die Ermittler einzuschalten. „Sammeln Sie die Fundstücke bitte ein und bringen Sie sie zur Polizei. Vergewissern Sie sich, ob in der Nähe noch weitere Köder ausliegen“, rät die Tierauffangstelle. Auf der Facebookseite „Giftköderalarm Neumünster“ wird das Problem zurzeit heftig diskutiert. Allerdings warnen viele Mitglieder dort auch vor Panikmache, solange es nur einen bestätigten Fall gibt.

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erstellt am 19.Mär.2015 | 06:15 Uhr

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