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Tierschutzverein : Neuer Vorstand sucht Gespräche, OB lehnt ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Tierschutzverein hat gewählt und möchte das Tierheim zurück.

Neumünster | Der Tierschutzverein hat einen neuen Vorstand. 59 stimmberechtigte Mitglieder wählten am Dienstagabend bei der zum Teil hochemotionalen, nicht-öffentlichen Sitzung im Restaurant am Kantplatz Martin Heinze (51) zum Vorsitzenden. Der Personen- und Veranstaltungsschützer löst Gisela Bünz (74) ab, die nach fast 30 Jahren Tätigkeit im Verein nicht mehr antrat.

2. Vorsitzender ist nun Hans Jochen Seligmann (61), Beamter im Ruhestand aus Wasbek. Ebenfalls aus Wasbek kommt die neue Kassenwartin Nina Schereika. Ins Amt der Schriftführerin wurde Birgit Carstedt gewählt. Dem Wirtschaftsrat gehört neben Wolfgang Kreikenbohm vom Pony-Park Padenstedt und dem Neumünsteraner Unternehmer Peter Schacht nun auch die Einfelder Tierärztin Heimke Siemen-Thiesfeld an.

Der neue Vorstand kündigte an, erneut das Gespräch mit der Stadtverwaltung zu suchen. Das Ziel: Der Verein will die seit August 2016 geschlossene Tierauffangstelle im Stadtwald wieder betreiben. „Wir haben zwar noch keinen Plan ausgearbeitet, aber ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung finden könnten“, sagte Martin Heinze gestern gegenüber dem Courier. Er ist seit gut acht Monaten Mitglied, hat sich nach eigenen Angaben aber schon früher für den Tierschutz engagiert. „Die Mängelliste von der Stadt haben wir fast abgearbeitet“, sagte er.

Ähnlich äußerte sich gestern Hans Jochen Seligmann. „Die Anlage ist da, und sie ist wieder schön gemacht. Viele Emotionen sind in den vergangenen Monaten hochgekocht, nun muss erstmal wieder Frieden reinkommen“, sagte er auf Courier-Nachfrage.

Laut Kassenbericht, der den Mitgliedern auf der Sitzung präsentiert wurde, hat der Verein ein Vermögen von gut 300  000 Euro. Die Einnahmen sanken von knapp 250  000 Euro in 2012 auf 100  000 Euro im Jahr 2016. Die Ausgaben stagnierten bei etwa 150  000 Euro.

Nach der Entlastung des Vorstands (und vor den Neuwahlen) teilte der alte Vorstand um Gisela Bünz und Frank Grantz auf der Versammlung noch einmal aus. So habe die Stadt auf eine über 20-seitige Widerspruchsbegründung gegen die Schließung der Tierauffangstelle vom Dezember noch nicht reagiert. Auch habe die Veterinärbehörde seit April 2016 die Anlage nicht noch einmal kontrolliert. Schuld an der Misere sei zudem eine „kleine Gruppierung, die massiv versucht, den Tierschutzverein aus der Tierauffangstelle zu drängen“. Von der Veterinärbehörde sei diese Gruppe „durch sehr undiplomatische Äußerungen“ moralisch unterstützt worden, hieß es. Zudem habe die Stadt keine Berechtigung, „den Rücktritt eines demokratisch legitimierten und gewählten Vereinsorgans von der Entscheidung über eine Genehmigung abhängig zu machen“.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras erklärte gestern auf Courier-Anfrage eindeutig: „Der Tierschutzverein ist für uns kein Gesprächspartner mehr.“ Er könne sich vorstellen, dass der Tierpark – wie berichtet – die Tierauffangstelle betreibt. Weitere Gespräche dazu finden heute statt.

Heimke Siemen-Thiesfeld, die auch Mitglied und Tierärztin des Tierparks ist, sieht das nicht als Nachteil für den Tierschutzverein: „Es wäre gut, wenn der Tierpark eine neue Struktur aufbaut und Ruhe in die Sache bringt. Der Tierschutzverein könnte dann unter der jetzt neuen Führung später mit einsteigen“, schlug sie gestern vor.

Die Stadt lehnt unterdessen eine vom Kieler Umweltminister Robert Habeck angebotene Mediation in dem Streit ab. Das sei nicht nötig, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz: „Das bekommen wir alleine hin.“

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erstellt am 10.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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