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Bönebüttel : Neue Düngeverordnung bereitet Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei einer Feldbegehung in Bönebüttel erklärten Experten den Landwirten die Neuerungen der Regelung. Schädlinge werden jetzt wieder aktiv.

Bönebüttel | Die neue Düngeverordnung bringt manche Bauern ins Schwitzen. „Die Herausforderung ist alles andere als klein“, hieß es jetzt im Verband für Landwirtschaftliche Fachbildung Neumünster. In Bönebüttel gab es jetzt eine Feldbegehung zu diesem Thema.

Stickstoff und Phosphat sind allgegenwärtige Düngemittel. Hinzu kommen Stoffe wie Kalium, Schwefel, Calcium, Magnesium und mehr Mineralien und Spurenelemente, um eine Pflanze optimal zu versorgen. „Mit dem verträumten Bild Mist streuender Bauern hat Landwirtschaft heute nur noch wenig zu tun. Nicht nur das landwirtschaftliche Gerät vergangener Tage hat sich gewandelt und ist hochmoderner Technik gewichen. Besonders der Getreideanbau braucht neben permanenter Datenerfassung Fingerspitzengefühl“, meinte der Bönebütteler Landwirt Thore Biß bei der Feldbegehung mit 24 Kollegen aus der Umgebung.

Klima, Verbraucherverhalten, politische Vorgaben, europaweit greifende Rahmenrichtlinien und ständige Veränderungen der beruflichen Praxis und Arbeitsweise begleiten die Bauern und bringen nicht immer einfach zu nehmende Hürden mit sich, hieß es. Was gestern noch als gute fachliche Praxis galt, steht heute auf dem Prüfstand. „In der neuen Düngeverordnung, die im Herbst in Kraft treten soll, steckt Brisanz“, erklärte Dr. Dr. Helge Stephan, Berater aus der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Unterm Strich geht es in den Schwerpunkten um eine deutliche Reduzierung der Stickstoffbilanz und eine Verbesserung der Grundwasserwerte sowie die Senkung von Stickstoffeinträgen in Boden und Gewässer. „Die neuen Vorgaben könnten durchaus bewährte Fruchtfolgen mit Raps, Weizen und Gerste ins Wanken bringen“, meinte Stephan. Das Potenzial sei groß genug, um dem Wort Strukturwandel in der Landwirtschaft noch einmal ein neues Gewicht zu verleihen. „Das ist machbar – aber mit weiterem bürokratischen Aufwand und Arbeitsbelastungen verbunden“, meinten die Bauern beim Blick auf die Getreidefelder im Bereich des Bönebütteler O-Bergs an der Bundesstraße 430. Künftig muss die Düngung noch punktgenauer erfolgen. Düngereinsatz und Menge müssen präzise vorausberechnet werden. „Da braucht man schon eine gut funktionierende Glaskugel, wenn das mit dem Wetter übereinstimmen soll“, meinten einige der Getreidebauern.

Die ersten Sonnenstrahlen und steigende Temperaturen haben auch das Wachstum der Pflanzen angeschoben. „Schon heißt es achtsam sein“, meinte Pflanzenschutzberaterin Inga Bewarder von der Landwirtschaftskammer, die in den Feldbegehungen vor Ort Empfehlungen zum Pflanzenschutz gab. Mit den steigenden Temperaturen können ab etwa 12 Grad Celsius auch die ersten Rapsstängelrüssler auftreten und die Pflanzenstängel anbohren, um dort ihre Eier abzulegen, erklärte die Expertin. Die Käfer haben im Boden der alten Rapsfelder überwintert und erwachen jetzt bei steigenden Temperaturen – ebenso auch der Rapsglanzkäfer. Vier bis acht Käfer in der Knospe kann Raps allerdings durchaus kompensieren, meinte die Beraterin. Vor dem Spritzen gegen die Käfer sollten etwa 30 bis 40 Pflanzen genau durchgezählt werden. Damit könnten letztlich auch Kosten gespart werden. Anders verhalte es sich bei der Wintergerste. Die sei gegenüber dem Raps eher eine Mimose und sollte bei Auffälligkeiten wie Mehltau oder Rost und Mangelerscheinungen rechtzeitig behandelt werden.

„Man muss sich rechtzeitig auf die Veränderungen einstellen“, lautete unterm Strich die Empfehlung der Kammerberater.

>Weitere Informationen bei der Landwirtschaftskammer unter www.lksh.de.


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erstellt am 14.Mär.2017 | 09:27 Uhr

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