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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Bordesholm : Neue Ausstellung mit alten Sammlerstücken aus der großen Kneipenzeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unter dem Titel „Gaststätten im Wandel – Bordesholm 1950-2000“ wird die Geschichte der Ausgehkultur wieder erlebbar gemacht.

Bordesholm | Flipper, einarmiger Bandit und Musicbox – die gab es in früheren Jahrzehnten in fast jeder Eckkneipe oder in Kleinrestaurants. Heute sind sie eher fester Bestandteil deutscher Lokalhistorie. In liebevoller und origineller Aufbereitung hat sich die Arbeitsgruppe Heimatsammlung im Kultur- und Verschönerungsverein dieser Erinnerungskultur angenommen und daraus eine zauberhafte Ausstellung mit dem Titel „Gaststätten im Wandel – Bordesholm 1950-2000“ entwickelt.

Die Übersichtstafel bringt es an den Tag: 33 Lokale, Kneipen und Gastronomiebetriebe gab es in Bordesholm und dem Umland einst, lediglich neun davon sind noch vertreten, auch diese zumeist in abgewandelter oder völlig veränderter Form mit neuen Besitzern.

Die von Nils Lange konzipierten Klapptafeln machen den Wandel deutlich: Zuerst schaut man auf die Gebäude von anno dazumal, und beim Umklappen sieht man die manchmal gar nicht so schöne Realität, wenn nämlich die einstigen Begegnungsstätten gar nicht mehr existieren. „Die Zeiten ändern sich halt“, seufzt auch Lange und verweist auf die groß angelegten Schautafeln, die die Entwicklung von 1959 bis heute dokumentieren.

Fotos, Kneipenutensilien – wie Bierdeckel, Wimpel oder Gläser – zeugen von einer Welt, die noch von Geselligkeit und Zusammenhalt geprägt war und in der Originalität noch etwas zählte. Aus der Ecke grüßt dabei der „Einarmige Bandit“. Von heute unschätzbarem ideellen Wert berichtet er von der Zeit, als 20 Pfennig noch als ordentlicher Gewinn galten.

Schräg gegenüber lädt die Musicbox zum Mitsingen ein; alte Schlagerrecken wie Udo Jürgens oder Rex Gildo werden hier lebendig. Wer seiner Tanzlust in der Mitte des Saales dann frönen möchte, kann das selbstverständlich tun, und auch der Spieltrieb könnte zu seinem Recht kommen, würde die kleine Silberkugel des Original-Flippers nebenan nicht manchmal streiken.

So manches „Weißt du noch?“ oder „Das gibt es ja nicht mehr“ werden dabei von den Besuchern zu hören sein und die ganz besondere Geschichte der Bordesholmer Ausgehkultur wieder erlebbar machen.

Die Ausstellung im Museum auf der Klosterinsel ist bis zum 20. November zu sehen, jeweils sonnabends und sonntags sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist immer frei.


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