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24. Oktober 2014 | 20:47 Uhr

Neonazis hielten sich nicht an die Absprachen

vom

Warum stiegen die NPD-Demonstranten am Südbahnhof aus und marschierten in die Stadt?

Neumünster | War es ein Versehen oder eine Provokation? Auch einen Tag nach dem verhinderten NPD-Aufmarsch rätseln in Neumünster viele, warum mehr als 100 Neonazis am Dienstagmittag am Südbahnhof statt am Hauptbahnhof aus dem Zug stiegen und anschließend fast bis ins Zentrum marschieren konnten.

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Nach Angaben von Polizeisprecher Rainer Wetzel haben die Verantwortlichen der rechten Demonstration "dazu keine offizielle Stellungnahme abgegeben". Sicher ist hingegen: "Die Absprachen vorher waren andere", so Wetzel. Demnach sollten die Neonazis am Hauptbahnhof von der Polizei in Empfang genommen und zum Postparkplatz, dem Ausgangspunkt ihrer als Wahlkampfveranstaltung genehmigten Demonstration, geleitet werden.

"Letztendlich ging man davon aus, dass sie sich an Absprachen halten", erklärte der Polizeisprecher. Deshalb waren auch nur wenige Polizisten am Südbahnhof , um die Lage im Auge zu behalten. Als der Pulk von mehr als 100 Neonazis dort überraschend aus dem Zug aus Kaltenkirchen ausstieg, wurden weitere Polizisten angefordert. Die befanden sich zu der Zeit aber überwiegend in der Innenstadt. "Die Kräfte waren anderweitig verplant und mussten zum Teil erst einmal durch Blockaden der Gegendemonstranten anrücken", berichtete Rainer Wetzel.

Währenddessen war der illegale Aufzug der Rechten schon bis zum Schleusberg gekommen, wo er nicht nur auf starke Polizeipräsenz, sondern auch auf eine größer werdende Gruppe aus Gegendemonstranten stieß. Auf dem Schleusbergparkplatz versammelten sich schnell zahlreiche Menschen. Immer mehr Neonazi-Gegner - meist aus dem bürgerlichen Spektrum - strömten aus Richtung Wasbeker Straße zu dem Parkplatz, sangen und riefen ihre Abneigung lautstark heraus. Zu größeren Rangeleien kam es hier nicht.

Ganz so friedlich bleib es aber nicht. Als die Rechten, zum Umkehren gezwungen, an der Kreuzung Schleusberg/Holsatenring stoppten, kamen an der nahen Ecke zur Ehndorfer Straße auch mehrere Linksautonome zusammen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei gingen zwei Heckscheiben von Einsatzfahrzeugen zu Bruch. Vereinzelt mussten die Beamte auch Reizgas einsetzen. Mehrere Polizeihunde waren außerdem zur Abschreckung dabei. Dennoch: "Das Gros der Gegendemonstranten war friedlich", so die Polizei.

Und ob die Neonazis mit ihrem Marsch gen Kleinflecken provozieren wollten, spielte für das Resultat letztlich keine Rolle. Mit dem nicht genehmigten Marsch lieferten sie selbst die Grundlage für das Verbot ihrer Veranstaltung.

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erstellt am 03.Mai.2012 | 07:46 Uhr

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