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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 15:01 Uhr

Wasbeker Strasse : Nächtliche Sperrung unter der Brücke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bahn will ihre Brücke über die Wasbeker Straße bis Dezember 2017 erneuern. Manche Autofahrer fuhren einfach gegen die Einbahnrichtung.

Neumünster | Nach den Brückenbauten auf der Autobahn steht nun erneut der Neubau einer Brücke bevor – jedoch mit zwei wesentlichen Unterschieden: Es ist eine Eisenbahnbrücke, und die befindet sich mitten in der Stadt. Bevor die Bahnüberführung der Wasbeker Straße zwischen Fabrik- und Linienstraße erneuert werden kann, waren aber in der Nacht zu Freitag erste Sondierungsarbeiten nötig.

Die Firma KMB aus Neumünster, Spezialisten für Kampfmittelbergung, sondierte den Baugrund, ob möglicherweise Bomben-Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg unter der Brücke liegen. „Das ist ein ganz normales Vorgehen, damit man ganz sicher ist, dass dort nichts liegt, bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen“, erklärte der Technische Einsatzleiter, Patrick Warfsmann. Dafür musste ein sechs Meter tiefes Loch unter der Brücke gebohrt werden. Zuvor musste Fabian Kleinschmidt von der Firma Holst ein Loch in den Asphalt der halbseitig gesperrten Straße fräsen und anschließend vorsichtig mit einem manuellen Bohrwerkzeug 1,40 Meter tief vorschachten, um nicht Leitungen oder Kabel zu treffen.

Und tatsächlich war ein Kabel im Weg, das erst mühsam per Hand verlegt werden musste, um für den Lafettenbohrer Platz zu machen. Als dann das tiefe Loch gebohrt war, ging es ganz flott. Eine Sonde wurde herabgelassen. „Mit elektromagnetischen Impulsen können wir in wenigen Minuten feststellen, ob dort etwas liegt“, so Warfsmann. Aber schnell kam Entwarnung: keine Feststellung.

Laut Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst sind im Juli und August noch weitere Untersuchungen geplant, wofür Sperrungen der Wasbeker Straße notwendig seien. „Der Bau der Brücke startet am 17. September bis zum 8. Oktober mit dem Einbau der Hilfsbrückenwiderlager“, beschrieb die Sprecherin. Von Oktober bis Februar 2017 sollen sämtliche Leitungen in der Wasbeker Straße umverlegt werden.

Nach der Winterpause beginnt im März 2017 bis Mai der zweite Bauabschnitt mit dem Einbau weiterer Hilfsbrückenwiderlager und Hilfsbrücken. Von Mai bis November 2017 werden neue Widerlager hergestellt, und im Dezember soll die neue Brücke fertig sein – wenn alles gut läuft. Der Endausbau der Wasbeker Straße unter der Brücke soll dann von Januar bis Juni 2018 erfolgen. Für alle Baumaßnahmen sind Vollsperrungen am Wochenende oder Teilsperrungen vorgesehen.

Täglich fahren 210 Züge über die inzwischen 100 Jahre alte Brücke. „Sie hat das Ende der technischen Nutzungsdauer erreicht. Die neue Brücke bleibt in Höhe und Breite unverändert“, so Brunkhorst. Vier Millionen Euro investiert die Bahn in den Neubau.

Manche Autofahrer waren in der Nacht mit der halbseitigen Sperrung überfordert. Einige fuhren die Wasbeker Straße entgegen der Einbahnstraße zurück, auch trotz des Gegenverkehrs. Die Arbeiten waren ursprünglich tagsüber geplant. Erst sehr kurzfristig entschied sich die Bahn, aufgrund der Verkehrsdichte alles in den Abend und die Nacht zu verlegen.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 14:00 Uhr

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