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Holsteinischer Courier

27. März 2017 | 02:45 Uhr

Aukrug : Nachwuchs in Afrika bereitet Freude in Aukrug

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei Babys sind in der in neuen Krankenstation der Partnergemeinde geboren.

Aukrug | Im mittelholsteinischen Aukrug freut man sich über zwei Babys, die 5000 Kilometer weiter südlich – am Rande der Sahelzone in Westafrika – das Licht der Welt erblickt haben. Geboren wurden die Säuglinge nämlich in der neuen Kranken- und Entbindungsstation von Aukrugs burkinischer Partnergemeinde Sien. Die Aukruger hatten die Planung und 12,5 Prozent der Kosten für das 170  000-Euro-Projekt übernommen. Zur Einweihung des Krankenhauses war Ende August sogar eine sechsköpfige Delegation nach Burkina Faso gereist (wir berichteten).

„Vor wenigen Tagen wurden uns Bilder aus Sien von den ersten Kindern geschickt, die in der neu erbauten Kranken- und Geburtsstation zur Welt gekommen sind – das war eine große Freude für uns“, erzählt Aukrugs ehemaliger Bürgermeister Reimer Reimers. „Wir sind froh, dass in der mit vielen Fördergeldern und Spenden errichteten Station nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit die Krankenschwester und die Hebamme ihre Arbeit aufnehmen konnten“, sagt Reimers, der seit dessen Gründung im Jahre 1994 den Vorsitz beim Verein „Partnerschaft Aukrug-Sien“ bekleidet: „Für die Dorfbevölkerung und besonders für die Frauen ist die Krankenstation eine große Erleichterung und Verbesserung ihrer Lebensumstände.“ Peter Marsch vermerkt: „Für die beiden Babys kam die Geburtsstation genau rechtzeitig. Ich hoffe, es folgen noch viele gesunde Babys.“ Die Akzeptanz der Station von Seiten der burkinischen Bevölkerung sei „das höchste Lob, das unser Verein bekommen kann“, meint der Aukruger, der wie Reimers zur Reisedelegation gehörte: „Nun gilt es, die Neubürger mit Gesundheit und Bildung weiter zu begleiten. Hier gibt es noch viel zu tun.“ Der stellvertretende Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Branko Irek, erklärt: „Es ist schon etwas ganz Besonderes, dass nun die ersten Babys das Licht der Welt in diesen neuen, von uns finanzierten Gebäuden erblicken.“ Der ehemalige Entwicklungshelfer hatte bei dem Großprojekt die Bauleitung übernommen und war ein paar Tage vor den anderen Delegationsteilnehmern nach Burkina Faso gereist, um sich um die Bauabnahme zu kümmern. „In unserer Partnergemeinde Sien sagen die Menschen ‚Kinder sind unsere Zukunft‘, und es ist wahr, nicht nur dort“, so Irek, „denn gerade dort kann eine Familie ohne Kinder nicht überleben. Für die meisten Menschen in Afrika gibt es keine finanzielle Unterstützung, keine Rentenversicherung, die ihnen im hohen Alter das Überleben sichert.“ Es seien die Kinder, die sich „um die Alten kümmern, sie unterstützen, sie bei sich aufnehmen und sie ernähren. Doch auch sie müssen arbeiten und Geld verdienen können, um diese Tradition zu erfüllen.“ Es gebe „nichts Schlimmeres“ für die jungen Afrikaner, „als ihre Familie, ihre Freunde und die vertraute Umgebung verlassen zu müssen, um sich aufgrund von windigen Versprechungen der Schlepper auf den Weg nach Europa zu machen, weil sie zu Hause kaum Möglichkeiten zum Überleben haben.“ Viele Jahrzehnte hätten „wir im reichen Europa von dem Reichtum der Bodenschätze in diesen Ländern profitieren können, unseren Wohlstand damit gestützt“, sagt Irek und fragt: „Ist es nicht an der Zeit, diesen Menschen, diesen Kindern etwas zurückzugeben, damit sie selbst für ihre Zukunft sorgen können, nicht nur zur Weihnachtszeit? Ist es nicht unsere Pflicht als Menschen, einander zu helfen und nicht, uns gegenseitig zu bekämpfen, weil wir eine andere Hautfarbe, eine andere Kultur oder eine andere Religion haben?“

Dank der finanziellen Unterstützung durch den Rotary-Club Neumünster-Vicelin verfügt die neue Entbindungsstation von Sien auch über ein kleines Krankentransportfahrzeug sowie über ein Kleinkraftrad. „So können häufiger und leichter Krankenbesuche in den umliegenden Dörfern gemacht werden, und ernsthaft erkrankte Menschen könnten auch bei schwierigen Bedingungen in der Regenzeit in das acht Kilometer entfernte Kreiskrankenhaus gefahren werden“, erläutert Reimers. „Die Station von Sien ist die neueste und modernste von etwa 15 Stationen im Bereich der Provinz Nayala, wie uns der Medizinchef der Kreisstadt Toma bei unserem Besuch anlässlich der Einweihung versicherte.“

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erstellt am 03.Jan.2017 | 17:00 Uhr

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