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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Weltpremiere : Nachdenkliches und Döntjes von String-Tangas

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Hartwigswalde fand gestern Nachmittag ein Poetry-Slam-Wettbewerb zwischen Galloways auf der Weide statt. 350 Zuschauer hatten ihren Spaß.

Neumünster | Poetry Slams gibt es viele, doch die 350 Besucher auf dem Landschaftspflegehof Hartwigswalde in Wittorf erlebten gestern Nachmittag eine wahre Weltpremiere: Acht Teilnehmer wetteiferten auf Plattdeutsch erstmals zwischen Galloways um den Sieg auf den „Wilden Weiden“. So lautete der Titel der Veranstaltung, den die Stiftung Naturschutz gemeinsam mit dem NDR 1-Hörfunk im Rahmen des Naturgenuss-Festivals auf die Beine gestellt hatte.

Der kräftige Regenschauer kurz vor Beginn konnte den überwiegend älteren Gästen wenig anhaben. Im urigen Ambiente einer Scheune applaudierten sie ihre Lieblinge aus vier Zweier-Duellen ins Halbfinale und lauschten den launigen Moderationen von Poetry-Slam-Meister Björn Högsdall und der Platt-Moderatorin Ines Barber.

Als talentierte „Woordspeeler“ brillierten nicht nur die vom NDR bekannten „Hör mal’n beten to“-Autoren Gerrit Hoss und Ilka Brüggemann. Mit Landwirt und Autor Matthias Stührwoldt aus Stolpe, dem U-20-Poetry-Slam-Meister und Autoren Bleu Broode alias Nils Stratmann aus Geesthacht und Slammer-Wirbelsturm Sven Kamin aus Hamburg traten drei weitere Profis ans Mikrofon. Gut im Kultivieren von Poesie zeigten sich schließlich auch Gärtnermeister und Autor Jan Ladiges aus Holm, Achim Kußmann von der Itzehoer Speeldeel und das Küken der Runde, die Biochemie-Studentin Jacqueline Lindemeyer (21) aus Schleswig.

Das Publikum feixte, als Martin Stührwohldt über die Stringtangas seiner Töchter philosophierte oder Ilka Brüggemann die neuste Technik rezitierte, mit der man aus Urin wieder Bier herstellen kann. Es ging mit, als Bleu Broode übers Älterwerden dichtete. Und es gab viel Applaus für die nachdenklich machenden Zeilen von Jacqueline Lindemeyer. Sie erzählte von Leuten in Syrien, der Türkei und Sachsen, die sich zu drei Sternschnuppen in der Nacht vom 11. auf den 12. August ganz unterschiedliche Sachen wünschten, von Frieden auf Erden bis hin zum Sieg der AFD bei der nächsten Bundestagswahl. Am Ende die Nase vorn hatte Sven Kamin, der unter anderem klasse zum Bonbon rappte.

„Wir gehen mit dieser Veranstaltung mal einen neuen Weg, um mehr Leute und ein anderes Publikum als sonst auch auf die Arbeit der Stiftung aufmerksam zu machen. Und immerhin sind wir hier auf der größten Galloway-Zucht in ganz Europa“, sagte Pressesprecherin Silvia Janzen in der Pause, in der die Besucher mehr über Naturschutz erfahren und sich mit einer Grillwurst stärken konnten.

„Wir haben am Freitagabend im Fernsehen einen Hinweis auf die Veranstaltung gesehen und sind recht spontan vorbeigekommen. Das ist unser erster Poetry-Slam überhaupt, und er gefällt uns sehr gut – vor allem der Stührwoldt ist klasse“, sagten Irmgard und Siegmund Bolte aus Gadeland. Als Poetry-Slam-Fan outete sich Alt-Marktmeister Uwe Hinz (68) aus Tungendorf. „Ich bin regelmäßig auf solchen Veranstaltungen, hier in der Scheune und mit den Galloways ist das aber schon etwas Besonderes“, erklärte er.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 15:00 Uhr

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