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Holsteinischer Courier

25. September 2016 | 19:24 Uhr

Erschreckender Verdacht : Nachbarn fürchten einen Katzenkiller

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An der Lindenstraße sollen rund zehn Tiere verschwunden sein. Polizei durchsuchte ein Grundstück und nahm Lebendfallen mit.

Neumünster | Viele Anwohner der Lindenstraße sind entsetzt. Immer wieder verschwanden in den vergangenen Monaten in der Nachbarschaft Katzen – und tauchten nie wieder auf. Mittlerweile haben die Anwohner einen erschreckenden Verdacht: Offenbar fängt ein Ehepaar aus der Umgebung Tiere mit sogenannten Lebendfallen und lässt sie dann verschwinden. Nach Auskunft von Polizeisprecher Rainer Wetzel laufen zurzeit Ermittlungen gegen ein Paar aus dem Bereich der Lindenstraße wegen Tierquälerei. Es habe auch eine Durchsuchung gegeben, hieß es.

Anwohnerin Ingeborg Claußen verfolgt das Geschehen in ihrer Nachbarschaft seit Längerem. „Zirka zehn Katzen sind hier verschwunden – fast aus jedem Haus. Die Besitzer, vor allem die Kinder, waren immer tieftraurig. Ich habe oft beim Suchen geholfen, doch es wurde nie ein Tier wiedergefunden. Keins wurde überfahren oder ähnliches. Ständig sieht man hier Zettel an den Laternen, dass ein Kätzchen vermisst wird. Alle waren ratlos“, erzählt sie.

Doch dann führte Ingeborg Claußen ein Gespräch mit einer Nachbarin. „Die Frau erzählte mir von ihren Lebendfallen und meinte, sie würde darin Katzen mit Baldrian und Futter hineinlocken. Was mit den Tieren anschließend geschieht, sagte sie nicht. Sie meinte nur: ‚Ich mag keine Katzen, und in meinem Garten mache ich, was ich will. Sollen die Leute doch besser auf ihre Tiere aufpassen‘“, berichtete die entsetzte Anwohnerin. Als zwei Jungen dann noch nachts Schreie von Katzen und Schüsse zu hören glaubten, zeigte die Frau gemeinsam mit weiteren Nachbarn das besagte Ehepaar an. „Ich bin selbst im Tierschutzverein, da konnte ich nicht länger zusehen“, erklärte sie.

Die Polizei rückte vor einigen Tagen zur Durchsuchung auf dem besagten Grundstück an. „Es wurden dort Lebendfallen gefunden und zwei legale Luftdruckwaffen. Alles wurde als mögliches Tatmittel beschlagnahmt“, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel auf Nachfrage. Katzenkadaver oder andere Hinweise auf den Verbleib der vermissten Katzen wurden aber nicht entdeckt. „Das Ehepaar bestreitet die Vorwürfe“, sagte er. Die Fallen, die frei verkäuflich und erlaubt sind, will es gegen Marder und andere Schädlinge eingesetzt haben. „Entsprechende Fallen darf jeder haben, solange man die Tiere später wieder aussetzt“, erläuterte der Polizeisprecher.

Insgesamt weiß die Polizei von vier vermissten Katzen, die in jüngster Zeit in der näheren Umgebung verschwanden. Die Ermittler bitten die Anwohner, die ebenfalls ihre Lieblinge vermissen, sich zu melden. Außerdem sucht die Polizei unter Tel. 94  50 Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben.

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erstellt am 27.Sep.2015 | 08:00 Uhr

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