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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 09:48 Uhr

Wilhelm-Tanck-Schule : Nach 28 Jahren als Schulleiter bricht für „Kopi“ eine neue Ära an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wolfgang Koperski (65) geht in den Ruhestand / „Schüler fit machen fürs Leben“ / Musik ist seine Leidenschaft

Neumünster | Als er Schulleiter an der Wilhelm-Tanck-Schule (WTS) wurde, war für Wolfgang Koperski klar: „Es sollte keine neue Ära anbrechen, es gab keine Order de Mufti. Ich wollte weiterentwickeln statt umstürzen. Das sind Prozesse, das geht nur im Team.“ Dieses lobt der 65-Jährige daher besonders: „Ich gehe fröhlich, es war eine schöne Zeit. Es war ein gutes Kollegium, das mir meinen Job meistens leicht gemacht hat.“ Heute wird „Kopi“ von Lehrern, Schülern und Freunden liebevoll in eine neue, private Ära verabschiedet.

Gelassen, bescheiden („bloß keinen Heiligenschein“) und mit viel Herzblut war er 43 Jahre Lehrer und 28 Jahre Schulleiter. „Ich habe versucht, meinen Job ordentlich und mit Liebe zu machen und für die Schüler eine gute Lernatmosphäre zu schaffen.“ Tausenden von Schülern hat er Wertvolles auf den Weg ins Leben gegeben: „Wir wollen, dass sie die Welt verstehen. Und ich bin fest überzeugt, dass dafür Lehrkräfte wichtiger sind als das System, in jedem System“, sagt er mit Blick auf die Wandlungen, die Schule durchlief. Einst eine reine Knabenrealschule, wurde sie eine gemischte Schule, war seit 2007 Regionalschule, seit 2015 Gemeinschaftsschule. Der gebürtige Reinbeker, der in Wattenbek lebt, lehrte nach dem Studium in Kiel bis 1975 in Trittauer Schulen, dann an der IGS Friedrichsort, von 1981 bis 1988 an der Realschule Nortorf. Seine wesentlichen pädagogischen Prinzipien beschreibt er so: „Die Persönlichkeit der Kinder stärken, ihnen klar machen, dass sie als Mensch ernst- und wahrgenommen werden, ihnen beibringen, wie man lernt, und sie fit zu machen fürs Leben, also Lernen mit Kopf, Herz und Verstand.“ Daher gehört auch der Praxisbezug unbedingt in die Schule – bei der Berufsorientierung oder für Alltagsqualifikationen. „Dafür holen wir uns außerschulische Partner mit ins Boot. Ganz wichtig ist die Arbeit der Polizei-Schulpaten, die wöchentlich bei uns sind, aber auch die Gewaltprävention.“ Heutzutage seien Lehrer angesichts vieler „verhaltensorigineller“ Kinder mehr als Lehrer: „Wir sind auch Kümmerer.“

Eigeninitiativen fördern, Wege freischlagen für Extra-Projekte in Sport, Kultur, Theater, Musik: „Als Schulleiter sollte man nicht im Wege stehen, sondern unterstützen“, sagt er augenzwinkernd. Er betont: „Sport vermittelt Teamgeist, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Regelverständnis.“ Das sind Charaktereigenschaften, die später im Leben zählen – mit anderen Menschen „sportlich“ umzugehen. Und Musik, eine der Leidenschaften in seinem Leben, ist ganzheitlich gut für die menschliche Natur – „sie ist ein Ausdrucksmittel für die Persönlichkeit, ein Begleiter, sie macht glücklich und gute Laune, vernetzt Gehirnhälften.“ „Kopi“ spielt selbst Klavier und Akkordeon, hat Unterrichtsmaterial geschrieben. Er leitet seit 1978 den Kieler Kammerchor, seit 1986 den Landesbank-Chor.

Er gehe mit einem lachenden und weinenden Auge – vor allem „die Kinder“ werde er vermissen und das Kollegium. Aber: „Ich bin dann mehr Herr meiner Zeit.“ Und die gilt erstmal der Familie – seine Ehefrau, zwei große Töchter und eine Enkelin. Er lächelt: „Nach Wilhelm Tanck bin ich wohl der längste Schulleiter bisher, der war es 41 Jahre lang. Der hat aber auch bis 80 gearbeitet.“

 

 

 

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erstellt am 20.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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