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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 09:38 Uhr

Padenstedt : „Mitfahrerbänke“ sollen Lücken im Nahverkehr schließen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wer auf der Bank Platz nimmt, signalisiert, dass er eine Mitfahrgelegenheit Richtung Neumünster sucht.

Padenstedt | „Die Bank ist nicht als Massenverkehrsmittel gedacht“, betonte Karin Müller. Die Initiatorin der Padenstedter Mitfahrerbänke blickte zufrieden auf die beiden rustikalen Modelle, die Dirk Sieling gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde am Kamp und in der Dorfmitte installiert hat.

„Eine Mitfahrerbank schließt dort Lücken, wo der Nahverkehr spärliche Angebote macht“, erklärte Karin Müller. Gerade in Padenstedt-Dorf, wo viele ältere Bürger leben, sind die Busfahrzeiten Richtung Neumünster rar gesät“, sagte das Mitglied des Padenstedter Sozialausschusses. Die Mitfahrerbänke sollen Abhilfe schaffen. Wer auf der Bank Platz nimmt, signalisiert, dass er eine Mitfahrgelegenheit Richtung Neumünster sucht. Vorbeifahrende Autos können halten und die Wartenden mitnehmen. „Unsere ‚Dorf-Bank‘ haben wir gegenüber von den Bürgerstuben aufgestellt, die ‚Kamp-Bank‘ steht am Mitteilungskasten an der Hauptstraße“, beschrieb Karin Müller die Standorte. An diesen öffentlichen Plätzen sei das Warten angenehm, und Fahrer wie Mitfahrer könnten sich gut sehen. „Das ist wichtig, damit jeder entscheiden kann, ob und bei wem er mitfährt“, ergänzte Carsten Bein. Da sich in Padenstedt viele Leute zumindest vom Sehen kennen, glaube er fest an den Erfolg der Mitfahrerbänke.

Der soziale Aspekt ist auch für Karin Müller wichtig: „Padenstedter kommen während der spontanen Fahrgemeinschaft ins Gespräch“, meinte sie.

Die Idee der Mitfahrerbank wurde vor zwei Jahren in einer kleinen Eifel-Gemeinde geboren und fand schnell Nachahmer. Auch in Schleswig-Holstein. Als Karin Müller vor sechs Monaten einen Bericht im Fernsehen sah, trug sie die Idee im Gemeinderat vor, fand sofortige Zustimmung und die Bereitschaft Dirk Sielings, den Bau der Bänke zu übernehmen. Denn auch Sieling hatte eine Idee: In seiner Dachdeckerei lagerten die Reste einer 150 Jahre alten Padenstedter Eiche, die im April einem Sturm zu Opfer gefallen war. Aus ihren Hauptästen fertigte Geselle Matthias Petschel die beiden rustikalen Mitfahrerbänke. „Aus Padenstedt für Padenstedt – und dann noch im Jubiläumsjahr“, freute sich Bürgermeister Carsten Bein. 




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erstellt am 23.Nov.2016 | 10:45 Uhr

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