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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

Neumünster : Mitarbeiter fanden Einkaufswagen in den Hinterhöfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei Edeka Meyer an der Goethestraße verschwanden 60 Exemplare. Die Mitarbeiter machten sich am Wochenende auf die Suche.

Neumünster | Für Jan Meifert ist die Schmerzgrenze erreicht. Der Inhaber von Edeka Meyer an der Goethestraße muss derzeit mit ansehen, wie sein Bestand an Einkaufswagen kontinuierlich schrumpft. Sie werden offenbar gestohlen. Um das einzudämmen, haben sich zwei Mitarbeiter am Wochenende im näheren Umkreis des Supermarktes  auf die Suche nach den verschwundenen Exemplaren gemacht.

Das Problem an sich sei nicht neu,  die Dimensionen allerdings schon, sagt Jan Meifert: „Es kommt immer mal wieder vor, dass Einkaufswagen verschwinden. Aber so extrem wie in diesem Jahr ist mir das noch nicht aufgefallen. Wir haben daher einmal genau durchgezählt und festgestellt, dass von 200 Einkaufswagen 60 Stück fehlen.“

Der schrumpfende Bestand  ist für Jan Meifert nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Ein Exemplar kostet immerhin 130 Euro. Gemeinsam überlegten die Führungskräfte daher, wie sie der Lage Herr werden können – und kamen auf eine besondere Idee: „Zwei unserer Mitarbeiter haben sich am Sonntag getroffen und in der näheren Umgebung des Marktes nach den verschwundenen Wagen gesucht“, sagt Jan Meifert. Einer von ihnen ist Björn Harder (20), der gerade seine Ausbildung zum Verkäufer beendet hat. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Marktleiter Tobias Thevs  (21) suchte er die Hinterhöfe ab – und wurde schnell fündig. „Wir haben rund 40 bis 50 Einkaufswagen entdeckt, auch von Mitbewerbern. Zehn Einkaufswagen gehörten zu unserem Markt. Die Hälfte davon haben wir gleich mitgenommen, die anderen Wagen holen wir demnächst ab“, sagt Björn Harder.

Was er und sein Kollege bei der Suche entdeckten, war mitunter recht abenteuerlich. „In manchen Wagen befanden sich Sperrmüll und Bauschutt, andere wurden beispielsweise als Grill-Untersatz zweckentfremdet“, sagt Björn Harder. Ein Hausmeister war zudem gar nicht damit einverstanden, als die beiden Edeka-Mitarbeiter Steine aus einem Wagen räumen wollten. „Der Mann hat geschimpft und war der Meinung, dass der Wagen bereits in seinen Besitz übergegangen ist, weil er da schon so lange steht“, sagt Harder und schüttelt mit dem Kopf: „Es ist ganz klar unser Eigentum, wir haben ein Recht darauf.“

So sehen es auch die Kunden, die auf einen Facebook-Eintrag von Edeka Meyer reagierten: „Die Empörung der Leute spiegelt deutlich wider, dass es nicht selbstverständlich ist, mit fremdem Eigentum nach Hause zu gehen“, sagt Jan Meifert, der für Hinweise über den Verbleib seiner Einkaufswagen dankbar ist.

Auch im Aldi-Markt nebenan ist das Problem bekannt. „Wir zählen natürlich auch immer mal wieder durch. Mitunter fehlen uns von 60 Einkaufswagen 20 Stück“, sagt Bezirksleiter Viktor Dik, der den Parkplatzreiniger vor Ort bereits angewiesen hat, in der näheren Umgebung die Augen offen zu halten.

 Bei Edeka Huchthausen in Wittorf hat man mit gestohlenen Einkaufswagen keine Probleme: „Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Tragekörbe mitgenommen werden“, sagt Marktleiter Stephan Straube.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 12:30 Uhr

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