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26. November 2014 | 12:02 Uhr

Neumünster : Mit Rasseln und Tröten gegen Rechts

vom

"NPD, kehrt marsch!": Rund 800 Demonstranten zogen lautstark durch die Innenstadt, um gegen Neonazis zu protestieren

Neumünster | Lautstarker Jubel brandete am Sonnabendvormittag auf, als Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die gute Botschaft verkündete: "Die NPD-Demo ist abgesagt. Das ist ein voller Erfolg, wir haben wieder gezeigt, dass die Stadt bunt ist, nicht braun." Mit Trillerpfeifen, Rasseln und Tröten gaben die Teilnehmer der Aktion "Laut gegen Nazis - NPD, kehrt marsch!" ihrer Freude ohrenbetäubenden Ausdruck. Damit scheiterte - nach dem 1. Mai - auch der zweite Anlauf der NPD, durch Neumünster zu marschieren.

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Schätzungsweise 800 Menschen kamen zur Anti-Nazi-Demonstration, die vor dem DGB-Haus an der Carlstraße startete. Die Polizei sprach von 500 Teilnehmern. Alle Redner lobten das breite Bündnis, das innerhalb von wenigen Tagen erneut mobilisiert wurde. Christof Ostheimer vom Bündnis gegen Rechts lobte: "Ihr habt das Motto ernst genommen, weil die Nazis ihre vermasselte Demo nachholen wollten. ,Neumünster nazifrei’ ist unser Ziel."

Propst Stefan Block war ebenfalls hocherfreut: "Die NPD hat verstanden, dass die Ablehnung der Bürger so groß ist. Das Gegenzeichen war stark und eindeutig." Hartmut Büchsel von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes mahnte: "Der Nazi-Ungeist ist nicht verschwunden. Aber wenn sich Bürger entschlossen entgegenstellen, macht das klar, dass wir hier keine Nazis wollen und auch nicht anderswo."

In der Bahnunterführung an der Rendsburger Straße hatte die Polizei eine Gruppe von etwa 70 Autonomen eingekreist, die eine eigene Demonstration machen wollten. "Dies wäre illegal gewesen", sagte Stadtsprecher Stephan Beitz. Erst nachdem die Autonomen ihre Vermummung abgelegt hatten, durften sie sich in den Zug einreihen, der am AJZ vorbei zum Großflecken weiterzog.

Eine zweite brenzlige Situation gab es in der Unterführung an der Bahnhofstraße. Der Protestzug geriet ins Stocken, nachdem einige Demonstranten vier Aktivisten aus der Neonazi-Szene erkannten, die den Zug aus einem geparkten Pkw heraus beobachteten. Die Polizei bewog die rechten Beobachter zum Abdrehen. Der Zug marschierte weiter Richtung Großflecken.

Dort riefen mehrere Redner dazu auf, "gegen Faschismus im Alltag" wachsam zu bleiben. Für Unruhe sorgte die Rede des Rechtsanwalts Alexander Hoffmann, der das massive Polizeiaufgebot als "Gefangenentransport" bezeichnete. Davon distanzierte sich später Henning Möbius vom Runden Tisch für Toleranz und Demokratie: "Das war ein falscher Zungenschlag und hassgesteuert. Für diese Diffamierung haben wir uns entschuldigt."

Das Fazit der Veranstalter fiel positiv aus. "Eine eindrucksvolle und gelungene Aktion, die dem 1. Mai die Krone aufgesetzt hat", sagte Ostheimer. Auch Möbius freute sich: "Alle gesellschaftlichen Gruppierungen haben wieder mitgemacht. Das ist ein großartiges Kapital, mit dem wir auch künftig arbeiten können." Das nächste Ziel fasst das Bündnis gegen Rechts bereits ins Auge. Ostheimer: "Wir wollen, dass der ,Club 88 geschlossen wird."

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erstellt am 07.Mai.2012 | 06:47 Uhr

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